12. März 2014

*Rezension* Die Bürde der Schatten von Susanne Klaffenböck-Pointecker


Alles spielt sich in Schärding im Jahre 1935 ab. Franziska wird jede Nacht von den Stimmen und Schatten der Toten heim gesucht. Doch genau wegen dieser Gabe wird sie von ihren Mitmenschen verspottet und alleine gelassen. Die einzige Freundin die ihr bleibt, ist Magdalena, die stets an Franziskas Seite bleibt.
Doch es soll noch schlimmer kommen. Franzi ist ihrem Vater ein Dorn im Auge und er will sie eigentlich nur los werden. Um dies schnellst möglich hinter sich zu bringen beschließt er Franzi mit ihrem Schwager Johann zu verheiraten. Franzis Schicksal ist unausweichlich: Ein Leben ohne Liebe und Hoffnung. Als sie jedoch den Zwangsarbeiter Lucien kennen lernt wird ihr Leben wieder auf den Kopf gestellt. Die Stimmen der Toten versiegen und Franzi scheint endlich erfahren zu dürfen, was Liebe und Leidenschaft bedeutet. Für Franzi steht fest: Sie will für immer mit Lucien zusammen leben, doch dieser muss nach Ende des Krieges zurück in sein Heimatland. Ob die junge Liebe all diese Strapazen überstehen wird? 

" Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen.
Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiterexistieren,
aber aufgehört haben zu leben." 

-Marc Twain
 

Dieses Buch habe ich auf Grund einer Blogtour gelesen. Beworben wurde hier nur mit einem kurzen Text zum Inhalt. Das hat mich sofort neugierig gemacht, hätte ich das Cover zum Buch gesehen, wäre ich wohl eher nicht darauf aufmerksam geworden. Ich finde den Titel schwer zu lesen und auch sonst ist eigentlich alles an diesem Cover unglücklich gewählt. Umso gespannter war ich darauf ob der Inhalt mehr überzeugen kann.
Ich habe schon lange keinen historischen Roman mehr gelesen, hatte aber mal wieder so richtig Lust und ich muss sagen ich wurde hier nicht enttäuscht. Entgegen des Äußeren Eindruckes wird man hier in eine wirklich tolle Geschichte geschmissen.
Franziska fristet ihr Leben in Einsamkeit, nicht mal ihre Eltern wollen so recht etwas mit ihr zu tun haben, auf Grund ihrer Gabe die Toten sehen zu können. Eigentlich möchte Franzi nichts anderes als raus aus diesem tristen Leben zu kommen. Ich habe Franzi sehr schnell lieb gewonnen, denn trotz ihres eher tristen Lebens und trotz der Schwierigkeiten, die sie hat, ist sie ein lebensfrohes Mädchen und kann sich schnell für Dinge begeistern. Zusammen mit ihrer Freundin Magdalena gibt sie ein absolut sympathisches Gespann ab und die beiden gehen wirklich durch dick und dünn.
Da dies der erste Roman der Autorin ist, bin ich davon ausgegangen einen Haufen Rechtschreibfehler und einen nicht wirklich ausgefeilten Schreibstil vorzufinden, doch ich wurde überrascht. Das Buch liest sich total flüssig und die Autorin hat wirklich gute Arbeit geleistet und auch die Sprache, Wie man sie damals gesprochen hat wunderbar hinbekommen. Was mir besonders gut gefallen hat, sind die eingebauten Zitate, immer passend zur Situation gewählt. Sie spiegeln Franziskas Gefühle perfekt wieder und unterstützen die Stimmung im Buch. 
Schade finde ich, das Franzis Gabe für mich irgendwie eher eine Nebenrolle spielt. Ich hatte gehofft, das mehr darauf eingegangen wird und diese Gabe viel wichtiger für die Geschichte sein wird. Aber es dreht sich überwiegend um Franzis Leben generell und im speziellen um die Liebe. Doch dies tat meiner Begeisterung nur wenig Abbruch. Ich bin froh dieses Buch gelesen zu haben und freue mich darüber, dass hinter diesem etwas unschönen Äußeren doch noch ein wahrer Schatz zu finden war!
Leser die gerne historische Romane mit vielen Emotionen lesen sollten hier zugreifen! Dieses Buch hat bei mir 4 Schmetterlinge verdient. Leider muss ich einen abziehen, da ich mich doch sehr auf die Sache mit den Toten und ihren Seelen gefreut habe und sie einfach für mich viel zu kurz kam.


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