23. April 2014

Interview mit Sonya Kraus






 Im Rahmen der Aktion "Bloggerparty Törtchenzeit" aus dem Hause Bastei Lübbe durften wir die Moderatorin und Autorin Sonya Kraus etwas näher kennenlernen. 



Sonya Kraus jobbte schon mit 15 als Model, machte Abitur und arbeitete in allen Modemetropolen der Welt. Sie wollte zum Fernsehen, landete beim Glücksrad ... und wollte nicht mehr schweigen, sondern lieber plaudern. Sie talk, talk, talkte ganz viel und wurde die SOS-Renovierungsfachfrau bei ProSieben. Die beliebte Moderatorin ist Autorin der Bestseller Baustelle Mann und Baustelle Body. In ihrem neuen Buch, Wenn das Leben dir eine Zitrone gibt, frag nach Salz und Tequila, erzählt sie u.a. wie sie gelernt hat, mit ihrem Barbie-Image Geld zu verdienen, statt in die Kissen zu heulen.


(Quelle: Foto und Text von www.luebbe.de)

 Wir haben auch nach diesem Abend noch die große Möglichkeit bekommen, ein telefonisches Interview mit ihr zu führen. Ihr glaubt gar nicht, was für ein unglaubliches Gefühl das ist, wenn dein Telefon klingelt und Sonya Kraus ist am anderen Ende der Leitung!
Was dabei raugekommen ist, könnt ihr hier lesen: 





Wenn du zu Veranstaltungen gehst, besonders natürlich zu den ganz großen, bist du dann aufgeregt?

Nein, eigentlich nicht. Es ist eher etwas Schönes, worauf man sich freut. Ich bin gerne Gast in einer Sendung. Das letzte Mal wirklich aufgeregt war ich bei der Premiere eines 2-Personen Stückes. 1 Akt – 2 Personen – 45 Minuten auf der Bühne. Und ich wusste, dass da draußen bei der Premiere nur Journalisten sitzen, keine anderen Leute. Aber selbst da dachte ich an den guten Spruch von Thomas Herrmanns, der mir irgendwann mal sagte „Sonya, egal was du tust, genieße es!“ Das versuche ich zu meinem Mantra zu machen und das funktioniert echt gut. 


Was würdest du machen, wenn du nochmal von vorne beginnen müsstest?

Es gibt wirklich viel, worauf ich neugierig bin und viele Felder, die mich interessieren. Ich habe nie studiert, das würde ich nachholen. Am meisten Interesse habe ich an Bauingenieurwesen. Das käme mir privat auch sehr zu Pass. Ich bin nicht nur sprachlich gut, sondern auch in Mathematik und Chemie. Das hat mir immer viel Spaß gemacht. Medizin würde mich auch interessieren, aber dafür ist es sicher jetzt etwas zu spät. 


Du bist selbst Mutter von zwei Kindern. Wie organisierst du dich da, z.B. wenn du zu längeren Drehs oder zu entfernten Veranstaltungen fährst. Nimmst du deine Familie mit?

Nein, die Kinder nehme ich nie mit. Das habe ich einmal gemacht, als mein zweites Kind geboren wurde. Der Kleine war gerade vier Wochen alt, als ich in Köln beim Deutschen Fernsehpreis war und  meine Mutter und das Baby mitgenommen habe. Das war für uns alle totaler Stress. Meine Mutter hatte vor Ort nicht die Sachen, die sie brauchte und mein Telefon klingelte ständig, so dass ich nur am Hin- und Herlaufen war. So konnte ich nicht loslassen. Seitdem lasse ich die Kinder zu Hause, wenn ich mal weg muss. Ich habe hier meine Mutter, die Mutter meines Freundes, einen tollen Babysitter – ein stockschwuler Kindergärtner, den ich angeheuert habe – und bin auch nicht alleinerziehend. Mein „Kerl“, wie ich ihn liebevoll nenne, kann auch mal ran. 


Du hast einen eigenen Kindergärtner, würdest du sagen, das sind die Privilegien einer Prominenten? Fühlst du dich selbst sehr prominent?

Ich fühle mich selbst ganz normal. Bestes Beispiel ist Facebook: Ich bin ein totaler Spätstarter im Netz und wollte die Leute nie mit meiner Person abnerven, indem ich Fotos von mir selbst poste. Stattdessen wollte ich lieber Blumen posten, die ich beim Gassi gehen sehe, Schmetterlinge oder andere Dinge. Ich hab es dann doch mal probiert und so gemacht wie besonders Jessi mir sagte und seitdem läuft‘s. Aber immer nur Selfies, das ist nicht meine Art. Ich bin so ultra-normal, dass mein Manager sogar sagt: „Sonya, du musst mehr Diva sein!“ Ich gehe aber auch überwiegend mit Mütze und Sonnenbrille raus, so erkennt mich kaum einer. Auch in der Bahn springen die Leute nicht plötzlich auf, nur weil ich einsteige. Und wenn die Fluggesellschaften streiken, muss ich genauso in der Bahn stehen wie andere auch. In Frankfurt lässt es sich aber sehr gut leben, hier interessiert nämlich überhaupt niemanden, dass ich „prominent“ bin. 


Würdest du sagen, Sachen wie „talk talk talk“ haben dir für dein Image eher geschadet?

Auf gar keinen Fall. Ich habe es geliebt! Mich hat keiner gezwungen einen kurzen, breiten Gürtel als Rock zu tragen. Ich habe gekämpft, um das tragen zu dürfen! Im Jahr 2000 war das absolut Shocking, wenn jemand so auftrat und ich wusste um die Wirkung! Ich bin auch in gewisser Weise schrill. Klar, ich hab eine ewige Beziehung, wohne in Frankfurt, habe 2 Hunde, 2 Kinder, das ist zwar alles sehr bodenständig, aber nichtsdestotrotz gibt es auch eine Facette meiner Persönlichkeit, die total wild ist. Bei mir war jeden Samstag Karneval! Und das ist toll! Dieses mega Schräge vermisse ich auch ein bisschen. 


Hast du weitere Buchpläne? Möchtest du noch ein weiteres Buch mit Jessi veröffentlichen?

Vielleicht taucht Jessi noch weiter in diese Backwelt ein, aber für mich ist es in erster Linie ein leidenschaftliches Hobby und ich bin richtig gut darin. Ich hätte gerne wieder die Muße und die Kraft, um wortgewaltige Geschichten zu schreiben. Ich habe einen Krimi im Kopf, ein Kinderbuch und eins von meinen typischen Lach- und Sachbüchern. Aber ich müsste es schaffen, konsequent zu sein. Momentan hab ich zu viele Baustellen. Ich freue mich wie Bolle, wenn ich meine 5 Büchlein sehe und sie nebeneinander ins Regal stellen und streicheln kann. Aber hauptsächlich werde ich weiterhin Moderatorin bleiben. 


Was liest du privat?

Ich bin eine totale Krimi-Mimi. Ich habe z.B. Cody McFadyen gelesen. Blutrünstig, nervenzerreißend, dramatisch und zum Nägel abkauen spannend, solche Bücher habe ich verschlungen! Aber ich lese auch gerne historische Bücher z.B. von Rebecca Gablé. Ich mag auch Biographien oder ein wenig Fantasy. Natürlich hab ich auch „Twilight“ gelesen. Ich lese wirklich querbeet, Hauptsache das Cover stimmt! Früher war ich eine richtige Lesemaschine. Ich habe nonstop gelesen, sogar in der Schule unterm Tisch. Als ich dann in der Schule wirklich schlecht wurde, hat meine Mutter meinen Büchereiausweis konfisziert. Dann habe ich angefangen, Bücher auf Englisch zu lesen, um mein Lesetempo einfach zu drosseln. Aber heute fehlt mir leider oft die Zeit. Im Urlaub hab ich 6 Bücher gelesen, alles leichte Kost, aber ich war einfach nur total froh, mal wieder lesen zu können! Natürlich lese ich nachts, tagsüber möchte ich dann für meine Familie da sein. Manchmal ist der Tag so stressig, dann schlafe ich abends sogar mit falschen Wimpern und ungeputzten Zähnen ein. 


Liebe Sonya,
wir bedanken uns ganz herzlich für die Zeit, die du dir für uns genommen hast. Wir sind total glücklich, dass wir dich kennenlernen durften, du bist echt eine wahnsinnig nette und sympathische Frau! Wir hoffen sehr, dich auf deinen weiteren Projekten begleiten zu können und wünschen dir und deiner Familie von Herzen alles Gute!

1 Kommentar:

  1. Also die Sonya Kraus mag ich ebenfalls gerne - die Frau mit den tausend Gesichtern, sozusagen - von Talk, Talk, Talk, über Heimwerkersendungen (Dank Ihrer Sendung damals habe ich ein Tassenregal, das ich mir gebaut habe), bis hin zur Autorin. Alles andere als eine Tussi, vielmehr eine sympathische Frau, die man gerne zur Freundin hätte.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

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