4. April 2014

Themenbeitrag zu "der Zorn des Lammes" + Gewinnspiel



Hallo ihr lieben Leser,

im Rahmen der Aktion zu dem Buch „der Zorn des Lammes“ habe ich einen Themenbeitrag erarbeitet, den ich euch heute präsentieren will. 



Worum es in dem Buch geht, und wie ich es fand, könnt ihr hier in meiner Rezi nachlesen.

Ein großes Thema dieses Buches ist das Stalking. Ich möchte euch heute etwas über das Strafmaß und die Täter im Stalking erzählen.

Zuerst einmal – was ist Stalking überhaupt?

Die offizielle präventivpolizeiliche Definition in Deutschland lautet:
„Das beabsichtigte und wiederholte Verfolgen und Belästigen eines Menschen, so dass dessen Sicherheit bedroht und er in seiner Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt wird.“


Das Spektrum der so genannten Stalking-Verhaltensweisen kann in dramatischen Fällen über körperliche Gewalt bis hin zu Tötung reichen. Es muss darauf hingewiesen werden, dass einzelne Handlungen dabei nicht notwendigerweise als kriminell eingestuft werden müssen, die Anzahl und die Dauer solcher Handlungen allerdings als Stalking betrachtet werden. Der Versuch beispielsweise, die Telefonnummer einer Person zu ermitteln, muss als einzelne Tat nicht notwendigerweise als Störung auffallen, in Kombination mit anderen Handlungen kann solch ein Verhalten aber als Stalking bezeichnet werden. Umgekehrt ist eine Person, die vereinzelt versucht eine Person zu erreichen, nicht notwendigerweise ein Stalker. Fälschlicherweise werden auch generelle Störenfriede, Nervensägen oder unangenehme Personen als Stalker bezeichnet, obwohl deren Handlungen nicht unbedingt eine Verfolgung darstellen. Des Weiteren kann bei einem Verbrechen wie Mord oder Überfall nicht jeder vorherige Versuch der Kontaktaufnahme als Anzeichen von Stalking bezeichnet werden.
Körperliches Attackieren oder die Ausübung von körperlicher Gewalt kommen, nach einer Analyse der Technischen Universität Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem Weißen Ring, in jedem fünften Fall vor. Häufig sind es jedoch die eher „leichten“ Stalking-Handlungen, wie etwa das Telefonieren oder das Sich-Aufhalten in der Nähe des Opfers, die den überwiegenden Anteil aller Handlungen ausmachen. Je nach Charakter, Belastbarkeit und Empfindlichkeit des Opfers können aber bereits diese „leichteren“ Formen des Stalkings beim Opfer psychische und physische Reaktionen hervorrufen, die sich mit Dauer des Stalkings entsprechend steigern und individuell zu ernsthaften Erkrankungen führen und sich bis zur Arbeitsunfähigkeit entwickeln können.
(Quelle: wikipedia)

Folglich ist Stalking in Deutschland eine sehr schwammige Angelegenheit, da es auch auf die psychische Verfassung und Belastbarkeit des Individuums ankommt.


Es gibt verschiedene Formen von Tätern, die sich hauptsächlich in den Gründen für ihr Handeln unterscheiden. Wikipedia hat hier eine schöne Tabelle zu veröffentlicht.

Die australischen Wissenschaftler Mullen, Pathe und Purcell teilen die Stalker in sechs Gruppen ein, ausgehend von deren Motivation und Beziehungsverhältnis:


Gruppe
Motivation
Beziehungsverhältnis
1
Zurückgewiesene Stalker
Gefühl der Demütigung, Zurückweisung unter anderem
meist Ex-Partner / Freunde
2
Beziehungssuchende Stalker
Fehlwahrnehmungen der Beziehungsbereitschaft des Opfers, häufig Liebeswahn
Persönliches und weiteres Umfeld des Opfers
3
Intellektuell retardierte Stalker
Ungenügende Sozialkompetenz, überschreiten Grenzen
Persönliches und weiteres Umfeld (Nachbarschaft)
4
Rachsüchtige Stalker
sehen sich durch ihre gestörte Persönlichkeit fälschlicherweise selbst als Opfer oder bilden sich ein, Opfer der Personen zu sein, denen sie nachstellen; Hilfe, die sie bekommen, nutzen sie zur fortgesetzten Rache und Befriedigung aus
temporäres Umfeld (beispielsweise Arzt oder Rechtsanwalt als Opfer, jedermann im Umfeld des Opfers)
5
Erotomane, morbide, krankhafte Stalker
Kontrolle/Dominanz – meist psychopathische Persönlichkeit
Persönliches und weiteres Umfeld (Nachbarschaft)
6
Sadistische Stalker
Gefühl der Befriedigung
Persönliches und weiteres Umfeld
(Quelle: wikipedia)


Doch wie endet das Ganze? Was ist die Strafe für ein solches Handlen?

Das Wort „Stalking“ ist im deutschen Gesetz nicht verankert. Allerdings gibt es seit 2007 einen Passus im Strafgesetzbuch (StGB), welcher „Nachstellung“ heißt, und dem Stalking gleichzusetzen ist.
Eine „einfache Nachstellung“, die keine körperlichen Folgen mit sich zieht, wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren abgehandelt. Kommt es zu körperlichen Schäden, wird dies in Kombination mit einer „Körperverletzung“ bei Gericht individuell entschieden. Hier gilt dann ein anderes Strafmaß.
Eine Entschädigung im Sinne des „Opferentschädigungsgesetztes“ (allgemein bekannt unter Schmerzensgeld) gibt es beim Stalking nicht, da die Nachstellung an sich ein nicht-tätlicher Angriff auf die Psyche ist und damit diesem Gesetz nicht unterligt. 

Dies ist zwar keine offizielle Blogtour, aber es gibt bis zum 09. April weitere tolle und informative Beiträge, mit denen sich die Teilnehmer wirklich Mühe gemacht haben. Es wäre toll, wenn ihr euch den ein oder anderen Beitrag durchlest. 

01.04. "Apokalypse" bei Mel-Buecherwurm 
02.04. "Stalking - die Opfer" bei lesen-und-mehr 
"Liebeswahn" auf kleine Bücherinsel
03.04. "Milans Psychose: Behandlung und Medikamente" bei  Manjas Buchregal
04.04. Waldschrat
08.04. "Autobrände in Berlin" auf Leserattes Bücherwelt


Für das Buch könnt ihr euch bei LovelyBooks bis zum 09. April in einer Leserunde bewerben. >> hier




Zusätzlich verlose ich bis einschließlich 12. April mein Exemplar hier auf dem Blog. Es ist gelesen, aber in neuwertigem Zustand. Und ich kann es euch wirklich nur ans Herz legen, es ist ein ganz ganz tolles Buch!

Was müsst ihr tun um zu gewinnen? Beantwortet mir doch einfach die folgende Frage als Kommentar unter diesem Post. Ich würde mich natürlich auch sehr freuen, wenn ihr unserem Blog folgt, aber das ist kein MUSS. 

Was sagt ihr persönlich dazu ? Sind die Strafen so angemessen? Seid ihr vielleicht selbst schon mal Opfer einer solchen Tat geworden – oder habt ihr selbst vielleicht unbewusst einen Partner nach einer Trennung schonmal „gestalkt“?


Teilnahmebedinungen:
Teilnehmer müssen 18 Jahre alt sein oder die Einverständnis ihrer Eltern haben. Versand nur innerhalb Deutschlands, Bewerber aus dem Ausland müssen die Differenz selbst tragen. Keine Barauszahlung des Gewinnes, sowie keine Übernahme der Gewährleistung für den Postweg.

Ich hoffe, euch hat mein Beitrag etwas gefallen 

Bis bald,
eure


Kommentare:

  1. Gott sei dank habe ich selber noch nicht mit einem solchen Fall zu tun gehabt. Ich hoffe auch sehr, dass ich dies nie werde. Ich denke aber, dass in Zeiten von Social Media etc ein bisschen stalken irgendwie normal ist... Ich meine z. B. dass man ständig auf der Facebook Seite des Ex guckt was der gerade macht, mit wem er runhängt. Das tun viele und schadet ja meistens auch nicht. Wenn dies zur Obsession wird ist es einfach schrecklich und psychisch unglaublich belastend für das Opfer. Ich denke, dass man hier härter durchgreifen müsste als es momentan der Fall ist!
    LG Anja aka iceslez

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  2. Guten Morgen!
    Ein sehr sehr ernstes Thema!
    Zum Glück ist dieser "Kelch" bisher in meinem Leben an mir vorübergezogen. Aber eine mir nahestehende Freundin hatte damit zu kämpfen. Mit einem Stalker und dem doch sehr befremdlichen Verhalten des ein oder anderen Beamten/Mitarbeiters, an die sie sich hilfesuchend, ja manchmal auch nach Hilfe schreiend, gewandt hat.
    Die Strafen.... meines Erachtens sollte da mehr Individualität herrschen (wie eigentlich meiner Meinung nach überall...). Dieses Verallgemeinern geht mir etwas gegen den Strich. Denn so, wie wir das lesen, lesen das auch Täter, sie können sich danach richten, ihre Taten danach ausrichten. So mancher ist doch wohl so intelligent, dass er einige seiner Taten so ausübt, dass es ihm nicht angelastet werden kann, es keine wirklichen Spuren gibt, die zu ihm führen.
    Ich bin auch der Meinung, dass da weitaus härter durchgegriffen werden sollte, kein Weichspülertum. Und die Opfer bedürfen eines weitaus größeren Schutzes und auch der nachhaltigen Bewältigung dieses oftmals tiefgreifenden Traumas und kein Verharmlosen!

    So, jetzt kühl ich mich mal wieder runter und bedanke mich für Euer Engagement, dieses Thema in der Bloggerwelt so schön zu verbreiten. Ich finde es gut, dass zwischendurch nicht nur Spaßthemen oder reine Fiktionen ihren Weg in die Blogtouren finden, sondern auch mal etwas sehr ernstes! Das Leben ist ja auch nicht nur Trallalala!

    Folgen tu ich Euch natürlich, per Google+, BlogConnect, GFC, Facebook, Twitter.... (Sabine Kettschau)

    Erreichen könnt Ihr mich unter meiner Blog-Mail, Nilis_Buecherregal@web.de

    Liebste Grüße
    Bine

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  3. Hallo,
    zum Glück bin ich selber noch nicht davon betroffen gewesen und habe auch noch niemanden "gestalkt". Ich finde, dass das ein wirklich ernstes Thema ist und finde es klasse, dass sich auch in der Literatur damit auseinandergesetzt wird. Meiner Meinung nach sollte bei den Strafen Individualität herrschen, da auch die Stalking-Fälle unterschiedlich sind und jedes Opfer sowas anders verkraftet, deswegen finde ich, dass man sich mehr nach dem Zustand des Gestalkten richten sollte, wenn man ein Strafmaß festlegt.
    Ich folge euch via GFC und Google+ als Diana Baars.
    Meine Mail-Adresse: baarsdiana@gmail.com

    Liebe Grüße,
    Diana

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  4. Hallo und guten Tag,

    O.K. ich hatte eine zeitlang mal einen Stöhner am Telefon , immer wieder hat er bei mir angerufen, ob man das als Stalking bezeichnen kann, hm..Aber es geht trotzdem schon etwas in die Richtung,.
    Ich habe damals alleine gelebt und es war schon unheimlich und nervig, wenn ich das Telefon ab genommen habe und dann nie wusste..ob ein Normaler oder wieder dieser Stöhner am Hörer ist.


    LG..Karin..

    PS: Kontakt kommt wie immer per PN.

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    1. Kurzer Nachtrag noch: Ist immer ein schwieriges Sache, da das rechte Strafmaß an zusetzten.
      Jeder Mensch verkraftet das anderster, aber keiner sollte es als Lappalie abtuen.

      Strafe und mal auch eine Untersuchung der Person müssen und sollen möglich sein und auch als sinnvoll erachtet werden.

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    2. oh, liebe karin, da hast du ja wirklich was erlebt.... das ist nicht schön. ich hoffe, dass das nun vergangenheit ist und sowas auch nie wieder vorkommt.
      es ist vielleicht kein stalking nach dieser definition oben, aber es ist eindeutig ein psychischer angriff und vor allem auch ein ungewollter eingriff in deine privatsphäre. und das ist absolut nicht okay.

      LG
      summi

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    3. Hallo Summi,

      ja, dass gehört "Gott sei Dank" der Vergangenheit an!! Ich habe damals alleine gewohnt und hatte da auch in dieser Zeit keinen Freund, was die ganze Sache für mich persönlich noch etwas schlimmer dargestellt hatte....

      Irgendwann hat es dann einfach aufgehört...Gott sei Dank...
      Aber es hat noch einige Zeit nachgewirkt..so ein gutes Gefühl beim hörerabnehmen halt.

      Danke für Deine mitfühlenden Worte.

      LG..Karin..

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  5. Ich wurde glücklicherweise noch nie gestalkt und habe selbst noch nie jemanden gestalkt. Was ich mache, ich schnüffle gerne in Facebookprofilen, ist ja so gesehen nichts anderes :(

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  6. Dein Beitrag gefällt mir sehr gut und ich finde es prima, dass du im Rahmen des Buches auch mal ein bisschen zu so einem brisanten Thema Hintergrundinfos lieferst.

    Zur Frage: eine gute Bekannte wurde von ihrem Ex-Freund gestalkt und das war wirklich ein verdammt schwieriges Thema. (Wohl Kategorie 1 der hier aufgeführten Stalker) Denn sie hat extrem darunter gelitten. Natürlich wusste er recht viel von ihr und konnte sie daher bei Freunden, auf Arbeit, daheim etc. kontaktieren. Zuerst meinten alle, dass sie halt noch mal richtig mit ihm reden sollte, schließlich waren sie ja eine ganze Weile zusammen, und manche fanden es doch auch ganz schön bzw. romantisch, wie er um sie kämpfte.

    Ja, es wurde aber immer extremer, sie musste Handy und Festnetznummer ändern, und schließlich auch mehrere Male die Polizei einschalten. Der Kerl war aber ganz clever, weswegen er nur einmal verwarnt wurde und sonst nichts geschah. Schließlich wusste sie sich gar nicht mehr zu helfen, ist kurzerhand wieder bei ihren Eltern eingezogen und hat sich eine neue Wohnung gesucht. Dann hat sie noch über gemeinsame Bekannte verbreiten lassen, dass sie mit einem neuen Kerl zusammen ist, der Polizist ist, und dann war Ruhe. Aber das Ganze hat sich fast ein halbes Jahr hingezogen und die Gute war wirklich fertig mit den Nerven und musste dann auch eine Therapie machen.

    Mit den angemessen Strafen ist es ja immer so eine Sache, aber ich finde schon, dass man Stalking auf keinen Fall unterschätzen soll, und so wie ich es ja aus zweiter Hand miterlebt habe, ist gar nicht so einfach, zu seinem Recht zu kommen. Also zumindest wenn der Ex zum Stalker wird, weil viele das dann doch erst mal als Liebesstreitereien und ähnliches abtun.

    Von daher klingt das Buch recht vielversprechend! Bin zwar keine offizielle Leserin über GFC und wie das alles heißt, habe aber den Blog als Lesezeichen gespeichert und schaue immer wieder mal als stille Leserin vorbei. :)

    Viele Grüße

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  7. Huhu,
    auf dieses Buch bin ich ja sehr gespannt.

    Ja, ich war selbst ein "Opfer", wenn auch nicht in einem allzu schweren Fall. Mein Ex rief mich mehrmals täglich an, manchmal um mit mir zu sprechen, manchmal nachts mit unterdrückter Nummer und sagte nichts. SMS und Emails am laufenden Band, fuhr an meiner neuen Wohnung mehrmals in der Woche vorbei, um zu gucken, ob ich da bin bzw alleine bin. Das hat zum Glück nach ein paar deutlichen Nachrichten von mir dann aufgehört nach ein paar Wochen. Schön war es jedenfalls nicht, man fühlte sich immer beobachtet irgendwie.

    Trotzdem wünsche ich ihm für seine Zukunft alles erdenktlich Gute!

    Die Strafen finde ich vollkommen angemessen in solchen Fällen, allerdings habe ich davon abgesehen, gegen ihn vorzugehen.

    PS: Mich hast du über GFC als Leserin dazu gewonnen ;)

    Viele liebe Grüße
    Denise

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  8. Hallo Nadja,

    ich habe mich von Bibis Begeisterung anstecken lassen und versuche nun bei dir bei Glück, um das Buch lesen zu können. Es steht allerdings auch auf meiner WuLi ;-). Ich klopfe bis heute auf Holz, dass weder ich noch meine Tochter jemals einen solchen Vorfall hatten. Allerdings kenne ich im Bekanntenkreis einen solchen Fall. Mit der Bestrafung ist es so eine Sache, eigentlich ist das Strafmaß recht vernünftig. Es bleibt jedoch zu bedenken, dass körperliche Schäden eher seltener als seelische Sind. Die kann man leider nicht wirklich bemessen. Ich kann mir vorstellen, dass man sehr belastet ist, wenn man nie weiß, wann man wieder in irgendeiner Art und Weise belästigt wird.

    Liebe Grüße
    Sandra

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  9. Ein wirklich toller und sehr informativer Beitrag, da ich es sehr wichtig finde sich näher mit diesem Thema zu beschäftigen!
    Ich bin glücklicherweise noch nie gestalkt worden und die Bestrafung finde ich im Grunde ganz in Ordnung, es ist meiner Meinung nach immer schwierig so etwas zu bewerten, da es bei jedem Täter individuell entschieden werden sollte...
    Das Buch klingt wirklich sehr interessant und ich würde gerne in den Lostopf hüpfen :)

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