19. April 2015

*Blogtour* Kleine Kinder, große Kinder! mit Daniela Nagel

Hey ihr Lieben, 

im Rahmen der Blogtour "Kleine Kinder, große Kinder!" mit Daniela Nagel, sitzt die Autorin heute zum Interview auf unserem rosa-Schlunzen-Sofa



Liebe Daniela, 
danke dass wir dich heute hier auf unserem virtuellen Sofa begrüßen dürfen! Wir hoffen du sitzt gut? Dann kann es ja losgehen!


1. Woher kam dir die Idee zu den beiden Romanen? Bist du selbst Mutter und hast ähnliche Situationen schon erlebt?

Auch wenn 99% der Geschichte rund um Alice und Eve fiktiv sind, emotional sind mir viele Situationen der beiden bekannt. Ich selbst habe mein erstes Kind noch viel früher als Alice bekommen: mit 22, allerdings geplant und in einer sicheren Beziehung. Aber dieser Idealismus und teilweise auch die Naivität von Alice kenne ich nur zu gut. Zum Glück – daran muss ich mich immer erinnern, wenn es mir so geht, wie Eve in ihren schlechten Zeiten: gefangen im Alltagstrott, während der Blick auf das große Ganze, durch Chaos, Schlafmangel und Müttervergleiche verstellt ist. Gerade die absurden, stressigen oder fragwürdigen Situationen des Mutterseins haben mir jede Menge Ideen für „Das Leben ist kein Kindergeburtstag“ und „Irgendwas ist doch immer!“ geliefert, auch wenn manches überspitzt dargestellt ist. 

2. Du hast neuere deutsche Literatur und Philosophie studiert, war dir schon zu Beginn des Studiums klar, dass du gerne als Autorin arbeiten möchtest?

Dass ich Geschichten erzählen wollte, wusste ich, seit ich schreiben kann. Nach dem Abi hatte ich jedoch keine Lust auf Theorie und habe mich eine zeitlang mit dem Thema Film beschäftigt: Regiepraktikum, Regieassistenz im Kurzfilm, Drehbuch… letzteres hat mir dann auch wieder am meisten Spaß gemacht. Und irgendwann kam das Gefühl, dass es der richtige Zeitpunkt für ein Kind wäre. Als ich dann schwanger war, habe ich gedacht, dass ich jetzt doch auch einen vernünftigen Abschluss bräuchte und habe mich – auch aus praktischen Gründen - an der FernUni-Hagen eingeschrieben. Ich hatte die Theorie doch vermisst und meinen Magister schließlich zum Thema Drehbuch geschrieben. Was anfangs ein Kompromiss war, hat sich für mich als guter Weg erwiesen, auch wenn ich kein typisches Studentenleben hatte.

3. Was macht mehr Spaß – Drehbücher schreiben, deren Ergebnisse man dann live auf einer Bildfläche sehen kann, oder Bücher schreiben, deren Rezensionen man dann verfolgen kann?

Beides macht Spaß, wobei es beim Romanschreiben eine größere Freiheit und weniger Leute gibt, die nachher mitreden. Mein erstes Spielfilmdrehbuch habe ich zwar noch nicht inszeniert sehen dürfen, aber es hat mir einen guten Job bei einer ZDF-Gerichtsserie eingebracht. Dabei und auch bei den Werbetexten, die ich immer noch für ein Kinomagazin schreibe, habe ich  jede Menge gelernt, was auch für die Arbeit an Romanen nützlich ist: auf den Punkt hin zu schreiben, Abgabetermine im Blick zu halten und Kritik anzunehmen und umzusetzen (Klappt zumindest beim Thema „Schreiben“ mittlerweile.). Und das Feedback bei Romanen ist natürlich viel unmittelbarer. Auch wenn die Geschichte an einem Film das Wichtigste ist, die Qualität hängt eben auch von der Regie oder den Schauspielern ab.

Ist dir der direkte Ruhm oder die schleichende Begeisterung lieber?

Ideal wäre die direkte Begeisterung und der schleichende Ruhm. Und da der Ruhm vor allem Glückssache ist, kann ich selbst nur für die Beigeisterung sorgen.



 4. Wie viele Bücherregale findet man in deiner Wohnung und was liest du privat am Liebsten?

Ich habe gerade mal im Kopf durchgezählt und komme auf zehn Bücherregale, die allerdings nicht alle mir gehören. Obwohl ich Bücher liebe und auch sehr viele zum Verschenken kaufe, gehöre ich nicht zu den obsessiven Sammlern, dafür aber zu den leidenschaftlichen Besuchern der Kölner Stadtbibliothek. Am liebsten lese ich unterhaltsame Sachbücher zum Thema Gesellschaft und Beziehungen und Romane, in denen diese Punkte thematisiert werden

 5. Hat sich dein Leseverhalten geändert, nachdem du selbst mit dem Schreiben begonnen hast?

Leider analysiere ich phasenweise beim Lesen viel zu oft die Absichten und Strategien des Autors, was vielleicht gut fürs Schreiben aber schlecht fürs Lesevergnügen ist. Umso glücklicher bin ich, wenn ich ein Buch in der Hand habe, bei dem ich alles andere vergesse.

6. Welches Buch hätte ein anderes Ende, wenn du es geschrieben hättest?

Emilia Galotti hätte ihren Vater nicht gebeten, sie umzubringen, Romeo und Julia wären immer noch glücklich verliebt und mit ihren Familien friedlich vereint, und Frank und April aus „Zeiten des Aufruhrs“ wären eben mit weiterem Kind ausgewandert. Bei so vielen genialen Werken mit tragischem Ende würde ich die Figuren am liebsten spätestens im letzten Drittel ständig schütteln und fragen, ob sie eigentlich bescheuert sind. Und ich glaube, genau das haben diese Autoren bezweckt.

7. Manche Autoren versuchen ja krampfhaft ein gewisses „Ideal“ zu verfolgen, sei es‚besonders witzig zu sein‘, ‚zum Nachdenken anzuregen‘ oder ‚sehr gebildet zu wirken‘. Was ist deine Strategie? Was macht dich und deine Bücher zu etwas besonderem?

Ideale im Blick zu haben ist immer gut und ich glaube, ein Autor, der es „ernst“ meint und weder manipulieren noch sich selbst und seine Bücher einfach (nur) verkaufen will, wirkt selten verkrampft, solange er sein Handwerk beherrscht. Gerade im Hinblick auf die aktuellen Diskussionen rund um das geistige Eigentum, muss ich bei dieser Frage mal auf die harte Arbeit der Autoren allgemein hinweisen, die je weniger nach Arbeit aussieht, je besser die Bücher sind. Mein eigenes Ideal? Gute Unterhaltung, bei der sich die Leser verstanden fühlen und vielleicht noch den einen oder anderen Impuls für ihr eigenes Leben mitnehmen.

8. Gibt es einen Charakter den du erschaffen hast, der dir besonders am Herzen liegt? Wenn ja, warum?


Eve und Alice sind mir gleichermaßen ans Herz gewachsen, immerhin begleiten sie mich mittlerweile schon auf rund 700 Seiten und noch mehr Stunden in Gedanken. Sie sind eigenwillig, warmherzig und kämpfen für sich und die Menschen, die ihnen am Herzen liegen. Aus der Sicht zwei verschiedener Ich-Erzählerinnen zu schreiben, verschiedene Standpunkte einzunehmen, macht außerdem besonders großen Spaß. Und da nach der Krise auch bei meinen Protagonistinnen vor der Krise ist, hätte ich große Lust auf einen dritten Teil. Aber erst mal ist jetzt eine ganz andere Geschichte dran, die wahrscheinlich schon Ende nächsten Jahres erscheint.


An dieser Stelle bedanken wir uns nochmal recht herzlich für die Zeit, die die liebe Autorin sich für uns hier genommen hat und natürlich auch für den sehr informativen Einblick in ihre Persönlichkeit und ihren Beruf. 

Nun zu den Dingen, die euch als Verfolger der Tour sicher brennend interessieren...


... denn was wäre eine Tour ohne Gewinner? ;-)

Selbstverständlich gibt es auch hier bei uns tolle Gewinne, nämlich:

1. Preis
Einen Gutschein für unseren PLOT BOX-Kurs im Wert von 80 Euro
Infos unter www.plotbox-koeln.de
+ 1 Buch "Irgendwas ist doch immer" von Daniela Nagel

2. Preis
ein Kinder-T-Shirt von Knabenland(Farbe und Größe wird noch nachgereicht)
+ 1 Buch "Irgendwas ist doch immer" von Daniela Nagel

3. Preis
1 Buch "Irgendwas ist doch immer" von Daniela Nagel

  • Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren
  • Bewerber erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden(Gewinnerpost) und das ihre Adresse der Autorin zwecks Gewinnversands übermittelt wird.
  • Keine Barauszahlung der Gewinne möglich
  • Keine Haftung für den Postversand
  • Versand der Gewinne nur innerhalb Deutschland - Österreich - Schweiz
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Ausgelost wird unter allen Teilnehmern, die im Rahmen der Blog-Tour die Fragen in Form eines Kommentars hinterlassen. 

Die heutige Frage, die ihr mir bitte in einem Kommentar hier beantworten könnt, lautet:


Habt ihr insgeheim auch schonmal von einem Autorendasein geträumt, oder habt ihr sogar schon mal was geschrieben und dann (nicht) veröffentlicht?

Kommentare:

  1. Sonjas Bücherecke19. April 2015 um 08:40

    Hallo,

    also die rosa Couch finde ich klasse. Das Interview, von einer bisher mir unbekannten Autorin, äußerst intersannt. Man bekommt richtig Lust auf die Bücher. Finde es auch immer klasse, wie viel Zeit sich auch die Autoren nehmen und alle Fragen zu beantworten.

    Von einem Autorendasein habe ich noch nie geträumt, ich habe in der Schule noch nie gerne Aufsätze geschrieben. Da lese und verschlinge ich lieber viele Bücher von wunderbaren Autoren.

    Wünsche euch einen wunderschönen sonnigen Sonntag.
    LG Sonja

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  2. Geträumt davon schon so ein bißchen. Als Jugendliche habe ich auch einige Kurzgeschichten geschrieben, die habe ich aber nur für mich selbst verfasst.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  3. Hallo und guten Tag,

    in meiner Sturm-und Drangzeit habe ich mal ein Gedicht geschrieben, dass mir ein Freund dann in die richtige Outfit, würde man heute sagen gebracht hat.

    Ich habe es immer noch und hole es ab-und zu gerne heraus zum Lesen.

    LG..Karin...

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  4. Hallo ,

    Nein ich habe auch nicht von Autorendasein geträumt auch nicht probiert .
    Ich lese lieber weil das macht Spaß und ich habe freude daran .

    Liebe Grüße Margareta Gebhardt

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  5. Hallo,

    bisher hab ich noch nicht von einem Autorendasein geträumt. Leser sein reicht mir aus :)

    LG
    SaBine

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  6. Hallo,
    ich habe schon einen kurzen Text in einem Themenbuch und 2 Gedichte in Sammelbänden veröffentlichen können. Natürlich träume ich davon, dass es irgendwie weitergeht, aber für den nächsten Schritt bin ich einfach zu schüchtern, daher bleibt es erstmal so wie es ist.
    LG
    Sabrina

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  7. Hallo Steffi,

    ja ich habe schon als Kind geschrieben und meiner Fantasy freien Lauf gelassen und bin dabei... ;)
    Ich würde sehr gerne in den Lostopf hüpfen.

    Liebe Grüße Susanne von Bücher aus dem Feenbrunen

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