31. Oktober 2015

Interviev mit Rainer Wekwerth und seinen Hamburg Rain 2084 Kollegen auf der FBM


Lange lange ist es her und doch möchte ich die Möglichkeit nutzen und unser Sofa mal wieder zu benutzen :) Auch wenn wir nicht wirklich auf einem rosa Sofa saßen, so saßen wir doch gemütlich am Messe Freitag mit Rainer Wekwerth, Claudia Pietschmann, Heike Wahrheit und Ralf Wolfstädter zusammen, die uns Rede und Antwort zu ihrem Projekt Hamburg Rain bei Droemer Knaur gestanden haben! 
Falls ihr den Messe Post verpasst habt, dann klickt *hier*
Gestern habe ich hier schon die Ebook Reihe Hamburg Rain vorgestellt, wer das verpasst hat der muss unbedingt *hier* rein schauen! 
Jetzt heißt es aber los gehts! 

Nadja, Steffi, Rainer, Ralf, Claudia und Heike


 
 Schlunzen: 
Wie läuft das bei euch? Hat Rainer nur das Grundgerüst gestaltet oder gibt er vor was geschrieben werden muss? 

Rainer:
Der Rahmen kommt von mir. Mein Agent kam auf mich zu und wollte wissen, ob ich nicht Lust hätte eine Ebook Reihe zu schreiben. Also habe ich eine Welt erschaffen auf der Grundlage einer Kurzgeschichte (Schwarzer Regen), die ich mal geschrieben habe. Danach habe ich sechs Nachwuchsautoren gefragt, ob sie nicht Lust hätten mitzumachen und wir alle zusammen haben dann die Welt weiterentwickelt und jeder von ihnen hat dann seine eigene Geschichte geschrieben. Ich habe da keinem vorgeschrieben was er zu schreiben hat. Ich war nur für den Rahmen zuständig und gerade das ist das tolle, denn dadurch entstanden lauter unterschiedliche Geschichten und Charaktere.

Ralf: 
Es hat wirklich angefangen, dass Rainer auf uns zugekommen ist und daraufhin haben wir uns dann mal getroffen um die Welt zu entwickeln. Es ist zwar keine ganze große Story, sondern sechs kleine abgeschlossene, aber wenn man zu sechst in einer Welt arbeitet muss man sich schon absprechen. 
Zum Beispiel mussten wir uns auf eine Währung einigen, damit da jeder das gleiche benutzt. 

Rainer:
Dazu haben wir dann einfach eine Facebook Gruppe gegründet, in der wir uns ständig abstimmen. Wenn zum Beispiel jemand etwas Neues in die Welt bringt, dann teilt er das dort mit. 
Zum Beispiel das "Nahrungsmittelerzeugungsgerät". Da haben wir uns auf das Wort "Nutrisator" geeinigt und da mussten dann auch alle mit einverstanden sein. Und dann mussten wir eben auch überlegen was dieses Ding produziert und uns darüber einig werden. Aber das sind wirklich nur Kleinigkeiten, denn der Sinn dahinter ist ja, dass die Autoren eigene Geschichten schreiben und nicht alles kleine Wekwerth Klone werden. 

Schlunzen: 
Baut jedes Buch am Ende auf das Andere auf?

Heike:
Nein, die Geschichten sind unabhängig, auch vom Handlungsverlauf. Jede Geschichte ist in sich abgeschlossen. Wir teilen uns nur die Welt in der unsere Geschichten spielen. 

Rainer: 
Einen Einwurf habe ich aber noch: Hamburg ist eine sehr seltsame Stadt, mit 22 Millionen Einwohnern auf engstem Raum und es regnet immer! Natürlich gibt es später eine Auflösung was mit dieser Stadt passiert ist und im Hintergrund arbeitet jeder der Autoren auf diese Geschichte hin. Die wird aber erst in der zweiten Staffel aufgelöst. 

Schlunzen(entsetzt): 
Es gibt noch eine zweite Staffel??????

Rainer:
Ja klar, wir legen jetzt quasi die Spuren und Fährten aus, damit ihr in der zweiten Staffel sagt: Hallo, da war doch mal was! 

Steffi: 
Wie der Rucksack!!!! 
(Alle die Rainers Labyrinth Reihe gelesen haben wissen jetzt worum es geht :D ) 
Dann ist ein Gespräch über den Rucksack entstanden, denn wir hatten Rainer ja  letztes Jahr auf der Messe schon dazu befragt und hatten die Vermutung, dass er Steffi sieht und sagt: Achja, die Irre mit dem Rucksack! 

Weiter im Text: 
Jaaaa, da legen wir also Spuren aus und das ist die einzige Bedingung, die die Autoren erfüllen mussten, sie mussten sich an dieser Schnitzeljagd beteiligen. 

Schlunzen: 
Wenn einer dann sein Buch fertig hat, liest Rainer dann noch mal drüber, so als Lektor, und er sagt dann: Passt! Oder gibt es da nochmal jemanden extra der sich darum kümmert?

Rainer:
Beides! Es beginnt schon mit dem Expose, jeder Autor hat ein Expose geschrieben. Und dann wird eben darauf geachtet, dass sich die Geschichten nicht zu ähnlich sind. Weil niemand weiß ja, was der Andere schreibt. Und ich als Herausgeber muss eben darauf achten, dass nicht zwei Leute die gleiche Geschichte schreiben mit Geheimagent oder Sexpuppen oder was weiß ich :D 

alle lachen
Steffi: 
Ich habe gerade überlegt ob du das jetzt wirklich gesagt hast! 

Rainer: 
Hat er! Hat er! 
also über lebende Sexpuppen, die ausbrechen wollen und ob es in das Universum passt. 
Aber das ist quasi nur ein Abstimmungsprozess, damit wir so vielfältig bleiben wie wir sind. Dann schicken die mir eben ihre Geschichten, aber dann bin ich eher ein Kollege der beratschlagt. Und hier und da Hinweise gibt. Aber in die Geschichte selbst greife ich nicht ein. 

Schlunzen: 
Also bist du ein "netter Chef"?

Rainer: 
Ich bin kein Chef! 

Schlunzen: 
Aber ihr anderen seht ihn doch so ein bisschen als Chef an oder?

Nein!!! Nie im Leben! 

Ralf: 
Dafür strahlt er zu wenig Respekt aus!

Schlunzen: 
Aber man ist doch schon so ein bisschen aufgeregt was er zu dem eigenen Expose sagt oder nicht, weil er steht ja schon so ein bisschen über der Sache?

Ralf: 
Jeder Leser erzeugt dieses Kribbeln. Da macht es keinen Unterschied ob ihr das lest oder Rainer, weil man sich immer Gedanken darüber macht wie andere darüber denken. Natürlich ist man aufgeregt. 

Rainer: 
Wir kennen uns ja alle schon seit Jahren und haben schon zusammen gearbeitet. Sei es im Schreibkurs oder im Coaching. Das sind ja alles erfahrene Autoren, die alle schon was geschrieben haben. Ich würde ein solches Projekt auch niemals mit Leuten angehen, die noch nie ein Buch geschrieben haben. Ich weiß also was sie können! Mein Teil ist einfach die Erfahrung mit einzubringen und aufzuzeigen was geht und was eben nicht. Aber das war hier nur in einem ganz kleinen Maße der Fall, es kann glaube ich keiner behaupten ich hätte an seiner Handlung rumgestrichen oder geschnipselt. 

Schlunzen: 
Aber du hast ja eine gewisse Erfolgsgarantie, deine Bücher haben ja schon einen gewissen Erfolg und eine gewisse Reichweite und wenn du ein Buch raus bringst, denken sich die Leser: Oh Rainer Wekwerth, das kenne ich, das lese ich, da hat mir bis jetzt alles gut gefallen. Ist ja schon was anderes als wenn ein Unbekannter ein Buch raus bringt. Und wenn ich jetzt ein Buch schreibe und du liest es und sagst mir dann, dass es gut ist wäre das für mich schon ein Highlight. 

Rainer: 
Ach, das hat sich doch schon längst abgenutzt! :D 

Schlunzen: 
Deswegen dachte ich wäre es für euch wichtig was er dazu sagt. 

Claudia:
Es ist für uns natürlich wichtig was er sagt, aber er ist eben kein Chef. Natürlich war uns wichtig was er davon hält und im besten Fall das er es gut findet! Und das natürlich von Anfang an, denn wer ändert schon gerne sein Konzept. Aber er spielt nicht den Chef und es ist kein Machtspiel zwischen uns. 

Rainer: 
Ich bin doch eher sowas wie der große Bruder und wir sind eine Familie, jeder ist dort gleichberechtigt. 

Ralf: 
Es wird alles ausdiskutiert, nicht wie in einer Diktatur von oben herab. Wir können über alles reden. 

Rainer: 
Und manchmal hat man auch schlechte Laune! Bei uns herrscht Demokratie und die Mehrheit entscheidet. Da gibt es keine klassische Hierarchie. Und wir streiten auch! 

Schlunzen: 
War es schwierig in eine vorgegebene Welt zu schreiben? 

Ralf: 
Das ging ganz gut. 
Heike: 
Die Welt war einfach attraktiv.
Ralf:
Unsere Geschichten leben ja von unseren Figuren und bei denen hatten wir ja dann auch maximale Freiheit. Klar in dieser Welt konnte keiner auf dem Schiff untergehen, aber sonst war fast alles möglich.

Rainer: 
Aber Thomas Zeller hat es geschafft in die geschlossen Stadt ein U-Boot zu setzen!! 

Schlunzen: 
Wie lange hat jeder pro Teil so geschrieben?

Alle:
Jaaaa so drei bis vier Monate kommen dahin. 

Schlunzen: 
Das ging doch dann eigentlich verhältnismäßig schnell oder?

Rainer: 
Da hängt ja noch die ganze Vorarbeit dran, wir hängen an dem Projekt jetzt schon fast ein ganzes Jahr. Die ganezn Abstimmungszeiten die wir dann noch hatten. Dann kommt ja noch die ganze Nachbearbeitung, ins Lektorat, ind Korrektorat, dann kommt es wieder zurück und muss überarbeitet werden und noch mal los geschickt werden. Dann kommt die endgültige Fassung die wieder angeguckt werden muss, das ist ein nie endendes Pozedere. 

Schlunzen: 
Kommt die zweite Staffel von den selben Autoren? 

Rainer: 
Wenn jemand sagt er möchte nicht mehr dabei sein, dann nicht, abgesehen davon bleiben es aber genau diese sechs. 

Schlunzen: 
Hast du die Autoren ausgesucht oder haben die vom Verlag dir da irgendwelche vorgeschlagen?

Rainer: 
Ne vom Verlag gab es da gar keine Vorschläge und die Sache ist mit Absicht so gestaltet, dass alles in meiner Hand liegt. Droemer kann nicht kommen und sagen: Die Sache war so erfolgreich wir nehmen jetzt unsere Autoren und deine können gehen. Das geht nicht. 
Als ich darüber nachgedacht habe wen ich nehme habe ich einfach überlegt, wer so besonders schreiben kann, dass ich da was tolles erwarten kann und die sechs sind es dann eben geworden. Und ich wusste auch das sie alle zuverlässig sind und jeder sein Ding fertig macht. Weil nichts ist schlimmer als wenn dein Name auf etwas steht und dann nichts kommt, dann machen sich sowohl der Verlag als auch die Leser lustig und fragen sich wo die Bücher bleiben. Und am Ende musste es eben auch einfach zusammen passen. Deswegen drei Männer und drei Frauen. 

Schlunzen: 
Bleibt das eine reine Ebook Reihe oder erscheinen die Bücher auch im Print? 

Rainer: 
Das kommt bestimmt im Print, alles was gut läuft wird gedruckt. Aber geplant ist es als reine Ebook Reihe und es sollen Hörbücher dazu erscheinen. Aber das steht noch ein wenig in den Sternen. 
Habt ihr eigentlich den Trailer schon gesehen? Der ist Hammer!! Das haben sie richtig gut gemacht, der kommt von einer Werbeagentur.

Schlunzen:
Hattet ihr da Mitspracherecht?

Rainer: 
Nö, das hat Droemer gemacht, aber die haben das richtig gut gemacht! Man kann nicht alles selber machen, irgendwie muss man ja auch mal anderen Leuten vertrauen :)

Schlunzen: 
Wie bist du jetzt zu Droemer gekommen, weil eigentlich schreibst du ja bei Arena? 

Rainer: 
Ja mit Droemer war das so: Ursprünglich hat mich mein Agent, der auch einen Ebook Verlag hat, gefragt ob ich das für ihn schreibe, diese Serie. So war es dann auch angedacht. Aber dann hat Droemer davon Wind bekommen und wollten es unbedingt haben :D 
Und jetzt bin ich Droemer Autor ;D 
Aber, ich war schon mal bei Droemer und habe eine Anthologie raus gebracht! 
Claudia ist auch bei Arena, ihr Buch erscheint nächstes Jahr und der Ralf ist bei Amazon Publishing. 

Steffi hat dann wieder für Lacher gesorgt, weil sie geschworen hat, dass sie Claudia irgend woher kennt und die beiden sind sich einig, dass Claudia einfach richtig wichtig aussieht und der Ralf, ja der sieht aus wie ihr Arbeitskollege, aber ob das jetzt gut oder schlecht ist, dazu enthält sie sich lieber :D 


Nun folgt noch ein Teil des Interviews, der nur Rainer betrifft, da wir eigentlich nicht mit den anderen Autoren gerechnet haben und vorher etwas improvisieren mussten :D 
Aber wir haben uns wahnsinnig gefreut das sie da waren und wir zumindest einen Teil der Hamburg Rain Truppe kennen lernen durften <3

Schlunzen: 
Im Moment läuft ja Maze Runner im Kino und von der Thematik her sind die Bücher ja bei deinen einzuordnen. Was würdest du davon halten, wenn deine Bücher verfilmt werden?

Rainer: 
Finde ich gut, das läuft ja alles schon und die Filmrechte schon lange verkauft. Da findet auch gerade sehr viel statt. Aber für mich gilt: erst wenn ich mit der Popcorn Tüte im Kino sitze läuft da wirklich mein Buch als Film. 

Schlunzen: 
Wie findest du das generell mit der Ähnlichkeit der Reihen? Rechnest du noch mit großem Erfolg für deine Labyrinth Reihe im Kino, wenn Maze Runner ja jetzt schon läuft? 

Rainer: 
Labyrinth läuft hammermäßig! Das ist ein Long-  und Bestseller geworden. Ich bin jetzt etwa bei 100 Tausend verkauften Büchern. Maze Runner hat zwar durch den Film stark aufgeholt. Die Bücher haben mir nicht gefallen. Lass mich mal deutlicher werden: 
Ich habe drei Jugendbuchpreise für Labyrinth gewonne, er keinen. 
Ich habe mehr Rezensionen.
Ich hab mehr Bücher in Deutschland verkauft.
Objektiv gesehen ist das Labyrinth erfolgreicher als Buch, aber er hat halt den Film. 
Aber das ist doch eine schöne Mitovation für mich es besser zu machen. 
Ich glaube den Vergleich hätte es auch gar nicht so gegeben wenn nicht beide Labyrinth heißen würden. Aber mein Verlag wollte eben, dass meine Reihe so heißt. Und ich wusste auch nicht, dass es dieses Buch gibt. Ich habe ja zeitlgleich an meinem geschrieben. Maze Runner kam dann ein viertel oder halbes Jahr vor meinem, da war ich ja mit meiner Arbeit schon fast fertig. Du unterschreibst ja den Buch Vertrag und siehst das Buch erst nach zwei Jahren. Ich unterschreibe jetzt (hoffentlich) einen Vertrag mit Arena und das Buch erscheint dann erst 2017. Wenn dann 2016 ein Buch mit ähnlicher Thematik raus kommt, muss ich eben damit leben. 

Steffi entsetzt:
Kommt 2016 nichts von dir bei Arena????:O

Rainer: 
Nene. Das ist blöd gelaufen mit Arena, die wollten das ich ins Frühjahrsporgramm gehe, da hätte ich aber nur noch zwei Monate gehabt einen kompletten Roman zu schreiben und das habe ich dann abgelehnt, weil ich in dieser Zeit kein gutes Buch schreiben kann. Ich muss mich ja auch noch um Hamburg Rain kümmern. Ich finde es auch schade, aber dann eben 2017! Ich plane aber auch wieder Erwachsenen Bücher zu schreiben. 

Schlunzen: 
Ist dir sowas wie jetzt wichtig? Treffen mit deinen Lesern, auf Lesungen gehen, Leute treffen?

Rainer:
Wenn du meinen Alltag kennen würdest... Ich hab ein winzig kleines Büro, mit einem Fenster, das geht auf eine Nebenstraße raus. Mein Leben findet durch dieses Fenster statt. Läuft da jemand vorbei sehe ich was, läuft da keiner vorbei, sehe ich nix.
Ich bin praktisch den ganzen Tag alleine. 
Und als Autor hast du immer Selbstzweifel, auch die Bestseller Autoren. Du stellst dir immer wieder die selben Fragen: Ist das gut, taugt das was? 
Und wenn du dann Leuten begegnest ist dies die einzige Möglichkeit ein Feedback zu bekommen zu dem was du geschrieben hast. Und wenn dann jemand sagt: Labyrinth war super und hat mir gefallen! 
Dann weiß ich das sich die ganzen Stunden in diesem kleinen Raum lohnen. 

Steffi: 
Beim Labyrinth konnte ich drei Nächte lang nicht schlafen! Ich hatte das als Ebook und dachte immer: einer geht noch, einer geht noch! Und dann bin ich am nächsten Tag aufgewacht und mein Mann so: Hast du überhaupt geschlafen? 
Nein! Ich muss weiter lesen! Bringst du mir Kaffee???

Rainer: 
Und genau dafür schreibe ich! Schreiben ist oft nicht witzig, jeder denkt immer wir Schriftsteller führen ein tolles Leben, aber mein Leben ist so: 
Ich hocke da, oft mit Kopf- und/oder Rückenschmerzen, ich habe Zeitdruck und IMMER habe ich in meinem Kopf 100 Prozent und habe das Gefühl das ich aber nur 80 Prozent aufs Papier bekomme. Und jedes Mal bin ich dann total verzweifelt und frage mich warum ich es wieder nicht hin bekommen habe, weil ich doch weiß das ich besser bin und es besser kann! 
Und wenn es dann gedruckt bin, dann bin ich ein bisschen beruhigter, weil es sich besser liest. Und wenn ich dann noch ein Feedback bekomme, glaube ich zwar immer noch nicht das ich es 100 prozentig geschafft habe, aber das ich der Sache nahe war. Ohne das Feedback kriegst du einen Vogel! 

Schlunzen: 
Liest du dann auch die Rezensionen? 

Rainer: 
Jede Einzelne! 
 ...und es gibt dabei auch viele die weh tun! 

Schlunzen: 
Aber es gibt auch viele von denen man weiß, dass sie nicht ernst gemeint sind... 

Rainer: 
Aber es tut trotzdem weh! Das ist so als würde jemand dein Kind beleidigen! 
Die Leute können sagen Ihr Buch gefällt mir nicht und könne es kritisieren und alles, aber ich denke, da ist viel Neid dabei. Dann bekommt man von Kollegen einen rein gewürgt oder so. 
Und ich habe mal eine 1 Stern Rezension bekommen, weil eine Frau eine Krankheit hat, die es ihr unmöglich macht mein Buch in die Hand zu nehmen. Sie hat erwiesenermaßen das Buch nicht gekauft, nicht gelesen, ja nicht mal berührt. Aber sie macht sich die Mühe eine 1 Sterne Rezension zu schreiben in der drin steht: Bitte lieber Verlag gestalten sie das Cover anders, damit ich das Buch anfassen kann. Und dafür bekomme ich dann einen Stern! 
Ich habe letztens erst eine Rezension für Blink of Time bekommen in der dann stand: Was ein Schwachsinn und der Typ hat nix drauf. 

Steffi: 
Ich kann das wiederlegen! Ich fand alle deine Bücher bis jetzt toll! UND du warst der erste Autor den wir auf einer Buchmesse getroffen haben! 
Aber Lesungen machst du nicht so großartig? Du gehst nicht auf Lesereise oder?

Rainer: 
Ne, das mache ich nicht gerne, das macht mich immer nervös. Ich wirke zwar immer brutal locker, aber ich bin dann immer den ganzen Tag angespannt und zu nichts zu gebrauchen. 

Schlunzen: 
Also du hast schon Bock mit den Leuten zu reden aber lesen ist noch so dein Ding?

Rainer: 
Ich mache das alles und ich freue mich dann auch immer die Leser zu treffen, aber mir ist das anschließende Gespräch lieber als alleine da zu hocken, alle starren dich an und du musst jetzt lesen. Dann hast du einen trockenen Mund und denkst dauernd darüber nach ob du zu schnell redest. Dann stellst du fest du hast da ein Wort scheiße geschrieben und das klingt ja gar nicht gut. Du bist halt mir allem möglichen beschäftigt. 
Aber es ist trotzdem ein Traumberuf, ich kann Welten erschaffen! 

Schlunzen: 
Aber du machst das Hauptberuflich?

Rainer: 
Ja genau. Und ich bin Schreiblehrer für kreatives Schreiben. 

Das war auch schon das Ende unseres Interviews leider :( 
Steffi hat sich noch schnell Bücher signieren lassen und das Foto, welches am Anfang des Berichtes zu sehen ist wurde geknipst und dann mussten wir und schon verabschieden! 
Wir möchten an dieser Stelle noch mal einen herzlichen Dank an den Droemer Knaur Verlag richten die das ganze ermöglicht haben! 
Und noch ein dickes Dankeschön an Rainer, Claudia, Heike und Ralf für eure Geduld und eure Zeit, es war uns eine Freude und gerne auf der nächsten Messe wieder <3

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