9. Juni 2017

Bin ich krank weil ich blutige Bücher mag?

Hallo ihr Lieben, 

ich hatte heute irgendwie Lust auf einen kleinen Beitrag der eventuell, oder sogar hoffentlich zu ein paar Diskussionen führen wird.
Ich lese eigentlich schon immer gerne zwischen den ganzen Fantasy und Liebes Büchern einen guten Krimi oder Thriller. Bisher habe ich da zu Sebastian Fitzek oder Arno Strobel gegriffen. Beide fesselnd und gut geschrieben. Beide bringen mich dazu mir die Nägel abzukauen. Oft gehen sie auch psychisch unter die Haut, aber sie werden selten so richtig blutig. Ja es gibt die ein oder andere Stelle, da kommt dann mal eine blutige, verstümmelte Leiche vor. Aber alles in allem sind dies doch eher seichte Bücher.
Das Bild stammt von Jess, von unserem Chat
Und immer wenn ich an eine Stelle mit benannter Leiche kam dachte ich: Davon würdest du gerne mehr lesen! Je mehr Blut und Gewalt, desto besser!
Dieses Gefühl war immer wenn ich eine solche Szene gelesen habe sehr präsent, aber nie so, dass ich gezielt nach blutigeren Büchern Ausschau gehalten habe.
Bis zur letzten Woche. Ich habe mal wieder auf Facebook herum geschaut was meine Freunde so tun und bin auf ein Meet and Greet beim Festa Verlag aufmerksam geworden mit Wrath James White.
Der Festa Verlag war mir bekannt und ich wusste, deren Bücher sind extrem. Die Neugier war geweckt, mein Wunsch mal etwas extremeres zu lesen bestand ja schon länger, also habe ich mich zunächst selbst ein bisschen auf der Verlagsseite umgesehen und überlegt was ich denn davon als erstes lesen möchte. Ich bin zu keinem Schluss gekommen, wusste aber das meine liebe Freundin Jess von Schattenwege schon einige Bücher aus dem Verlag verschlungen hat und eine Stammkundin dort ist. Also habe ich hier mal um Rat gefragt und habe auch prompt zwei Empfehlungen bekommen.




Empfohlen hat sie mir wie man sieht "Die Mutter" und "Todesgeil". Entschieden habe ich mich letztlich für "Todesgeil", weil der Titel mich irgendwie mehr angesprochen hat. Er klang einfach mehr nach dem was ich gerne mal ausprobieren wollte.
Also habe ich mir das Ebook besorgt und los gings.
Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen inhaliert. Es ging rasant los und genau so rasant weiter. Es hat Spaß gemacht und war flüssig geschrieben. Aber das ist eigentlich nicht das, worüber ich heute mit euch reden will.
Ich möchte nicht zu viel verraten, weil viele vielleicht das Buch noch lesen wollen und ich nicht spoilern möchte. Aber recht am Anfang passiert schon eine ziemlich krasse Szene. Einer der Protagonisten hat eine Frau getötet und schändet die Leiche. Doch er schändet sie nicht einfach so, sondern er hat ihr den Kopf abgehackt um den Hals frei zu legen und dort eine weitere Körperöffnung zu schaffen, falls ihr versteht worauf ich hinaus will.
Und genau so geht das Buch weiter. Es ist gespickt mit Gewalt, Blut, Sex und Perversion. Nichts wird beschönigt, alles bis ins Detail beschrieben, je blutiger desto besser. Gewalt wird genommen um Sex zu verherrlichen. Kein Buch für schwache Nerven.
Und genau hier habe ich begonnen für mich zu überlegen. Ich mochte das Buch. Es war endlich mal blutig genug, ja für mich hätte es sogar noch eine Nummer mehr sein können. Auch wenn die Handlung etwas flach war konnte mich das Buch als Gesamtpaket doch überzeugen. Es wird definitiv nicht mein letztes Buch aus dem Festa Verlag sein.
Aber ist das okay? Bin ich ein schlechter Mensch, weil ich solche Geschichten mag? Sind andere schlechte Menschen, weil sie solche Geschichten mögen?
Wird man abgestempelt wenn man solche Geschichten liest? Nicht unbedingt unter anderen Leseratten, aber kann man seiner Familie/ Freunden offen gegenübertreten und von solchen Büchern erzählen?
Ich für mich kann nachvollziehen das man solche Geschichten gut findet ohne selbst ein Psychopat zu sein. Aber sehen andere das auch so?
Wie ergeht es euch wenn ihr jemandem von euren Vorlieben im Thriller Genre erzählt? Reagieren die Leute seltsam oder ist das völlig selbstverständlich und normal solches Stories und Ausschmückungen gut zu finden?
Ich habe auch ehrlich gesagt schon selbst darüber nachgedacht ob ich doch irgendwie, irgendwo krank bin. Denn eigentlich sollte ich doch KEIN Vergnügen daran haben zu lesen wie andere gequält und geschändet werden. Es sollte mich doch eigentlich voller Entsetzen stocken lassen. Ja eigentlich solle ich doch den Wunsch verspüren das Buch sofort aus der Hand zu legen, statt weiter lesen zu wollen.
Auch die Sex Szenen sind recht brutal. Mich persönlich lassen diese Szenen kalt, aber generell lassen mich Sex Szenen kalt und erregen mich nicht. Aber es gibt ja auch durchaus Leute die durch solche Szenen sexuell erregt werden. Sind diese Menschen dann auch "unnormal"?
Das sind alles Gedanken die mir gerade durch den Kopf gehen, nachdem ich meinen erstes Festa Buch gelesen habe und auch definitiv noch weitere lesen will.
Wie steht ihr zu dem Thema? Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?
Ich würde mich auf zahlreiche Antworten und rege Diskussion mit euch freuen :)

Edit: In einem Kommentar auf Facebook wurde ich gerade noch darauf aufmerksam gemacht, dass der Autor oder die Autorin solcher Bücher ja noch eher als krank betitelt werden könnten, denn die denken sich den ganzen Kram ja aus. Was sagt ihr dazu? Sind die Menschen, die so etwas in ihrem Kopf haben sofort "krank" oder gestört?
Ich finde das ist genau so ein Teil Fantasie, wie eine Fantasy Welt oder eine erfundene Liebesgeschichte und kein Grund zur Besorgnis. Natürlich gibt es immer schwarze Schafe, die das was sie in ihrem Kopf haben nicht nur zu Papier bringen sondern auch real umsetzen wollen aber das sind doch die wenigsten oder?

Alles Liebe 
Eure 

Kommentare:

  1. Hey Nadja,

    ich lese solche Bücher nicht und bin generell kein Horrorfan.
    Aber solche Diskussionen habe ich bei Facebook schon öfter gelesen - gerade wenn es von Betroffenen geschrieben ist.

    Ich finde nicht, dass man deshalb krank ist. Der Mensch ist neugierig und man lotet seine eigenen Grenzen aus.. wie viel ertrage ich? Der eine mehr, der andere weniger.
    Bei Filmen interessiert ja auch niemanden wie viel Blut zu sehen ist bzw da hört man häufig noch, dass es zu wenig war.

    Interessantes Thema, aber ich halte dich ubd auch die Autoren für ganz normale Menschen und hab keine Angst vor euch. :D

    Schönes Wochenende und liebe Grüße
    Vanny

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  2. Weder der Leser noch der Autor solcher Bücher ist krank.

    Krank wird es, wenn man entweder ernsthaft darüber nachdenkt, das auch in der Realität umzusetzen oder aber quasi abhängig vom Kick solcher Bücher ist und sich ansonsten nicht wohl fühlt.

    Mein Fall wäre es nicht, ich bin dafür zu zart besaitet. Aber ich denke, es ist eine Form von Nervenkitzel - im geschützten Raum. Es ekelt vielleicht an oder verstört oder macht Angst - aber trotzdem weiß man zugleich, das nichts passieren kann, weil es ein Buch ist.

    Und es liegt wohl in der Natur mancher Menschen, Nervenkitzel zu suchen. Immerhin passiert ja was im Körper, und es gibt zahlreiche Arten, sich einen Adrenalinkick zu verschaffen. Die einen klettern eine steile Felswand hoch, die anderen setzen sich in die wildesten Achterbahnen und wieder andere begeben sich lieber nur in Gedanken in Gefahr. Alles legitim, sofern es a) das eigene Leben nicht einschränkt, denn ab dann wäre es krankhaft und b) ausgelebt wird, ohne sich selbst oder anderen zu schaden.

    Liebe Grüße

    Claudia

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  3. Also echt mal, wie kannst du nur sowas lesen, das ist ja pervers! ;)
    Ich persönlich mag blutige Thriller (am liebsten waren mir immer die von Cody McFadyen, da habe ich was gefunden, was es anderswo so noch nicht gab), aber auch echte Crime Stories, ich besuche regelmäßig Lesungen von Mark Benecke und habe es schon erlebt, dass Leute da umgekippt sind... konnte ich nie verstehen! Blut, Eingeweide, Leichen, Maden, das alles macht mir so auf Bildern nichts aus und die Faszination geht auch so weit, dass ich mir das Plastinarium in Guben und mehrere Körperwelten- Ausstellungen angesehen habe.
    Die Bücher vom Festa- Verlag sind mir natürlich auch ein Begriff, obwohl ich bisher noch keines davon gelesen habe... sie stehen aber auf der Wunschliste :) leider hab ich den Verlag auf der Leipziger Buchmesse voll verpasst, das bereue ich immer noch etwas :-/
    Ja, also ich finde es nicht abnormal sowas zu lesen oder zu schreiben, für mich ist das alles Phantasie... und wie gesagt, ich interessiere mich allgemein für Anatomie, Leichen, Tod und Sterben... das mag etwas morbide klingen, ist aber einfach ein spannendes Thema, das ja auf die eine oder andere Weise uns alle betrifft ;)

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  4. Huhu ^^
    Also zu allerst: Nein du bist nicht krank/pervers/etc wenn du blutige Bücher magst
    Ich selbst liebe sie ebenfalls und kann einfach nicht genug davon bekommen. Festa habe ich leider noch nicht gelesen, habe aber ein Buch auf dem SuB, was auch bald dran glauben muss :D
    So eine Disskusion hatte ich auch mal mit meiner Mutter, also ob die Autoren nicht krank seien, die sowas schreiben.
    Ich sage ganz klar: Nein.
    Von daher:
    Les einfach weiter, was dir gefällt du tust niemandem damit weh ^^

    Liebe Grüße
    Lilly

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  5. Also es ist nicht so, dass ich von mir selbst wirklich denke ich bin deswegen krank, das kommt vielleicht in dem Artikel nicht so rüber. Sondern ich Frage mich eher, wie die Gesellschaft das einschätzt und ob ich damit aus der Reihe und aus der Norm tanze.
    Ich weiß ja das ich diese Art von Büchern mag, aber in meinem Kopf keinerlei Wunsch danach besteht so etwas auf das echte Leben zu übertragen. Im Gegenteil, ich kann ja nicht mal Blut sehen :D

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  6. Also es ist nicht so, dass ich von mir selbst wirklich denke ich bin deswegen krank, das kommt vielleicht in dem Artikel nicht so rüber. Sondern ich Frage mich eher, wie die Gesellschaft das einschätzt und ob ich damit aus der Reihe und aus der Norm tanze.
    Ich weiß ja das ich diese Art von Büchern mag, aber in meinem Kopf keinerlei Wunsch danach besteht so etwas auf das echte Leben zu übertragen. Im Gegenteil, ich kann ja nicht mal Blut sehen :D

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