16. März 2016

*Rezension* All die schönen Dinge von Ruth Olshan



Tammie hat eine Vorliebe für Pistazieneis. Und für Sprüche. Genauer gesagt: für Sprüche, die auf Grabsteinen stehen. Ein etwas ungewöhnliches Hobby für eine 16-Jährige. Weniger ungewöhnlich wird es, wenn man weiss, dass Tammie ein Aneurysma im Kopf hat. Das hat es sich dort inmitten ihrer Synapsen bequem gemacht und kann jeden Moment explodieren. Oder eben nicht. Das ist die entscheidende Frage und um die kreist ziemlich viel in Tammies Leben. Erst als Tammie eines Tages auf dem Friedhof einen Jungen kennenlernt, der an Grabsteinen rüttelt, ändert sich von Grund auf alles für sie. 




Dieses Buch hat mich schon von der ersten Seite an bewegt. Ich mag die Charaktere, ich mag die Umgebung, ja sogar der Friedhof ist mir irgendwie sympathisch. :) 
Ich liebe den Stil der Autorin und ich mag es, wie sie mit dem ernsten Thema der Geschichte umgeht, Tammie hat ein Aneurysma im Kopf, einen kleinen Blutstau, der quasi jede Sekunde dazu führen kann, dass sie stirbt. Jedoch hat die Autorin Tammie die Fähigkeit verliehen, über ihr eigenes Schicksal auch mal lachen zu können und das Ganze nicht ganz so ernst zu nehmen um das Leben wenigstens ein bisschen genießen zu können. Und dann kommt Fynn... 
Fynn hat genau wie Tammies Leben auch meins auf den Kopf gestellt. Er ist so wunderbar sympathisch und unkompliziert. Ich mag seine Art mit ernsten Themen umzugehen und er hat mir bei jeder Zeile ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Ich liebe ihn. 
Aber leider hat die Autorin hier einen Fehler begangen. Das Ganze zwischen den beiden entwickelt sich für mich zu schnell. Natürlich könnte man jetzt sagen: Aber Tammie stirbt vielleicht bald, da bleibt keine Zeit zum großen Kennenlernen! oder: Die Beiden sind aber doch voll auf einer Wellenlänge. ja könnte man... Ich finde aber im Teenageralter sollte man sich Zeit lassen zum kennenlernen, Zeit lassen um sich richtig in den anderen zu verlieben. Und Tammie hat jahrelang mit ihrer Krankheit überlebt, da kommt es auf ein paar Wochen auch nicht an. Beim zweiten Treffen schon über Sex reden und dann mehr oder weniger sofort los legen ist für mich einfach irgendwie fehl am Platz. Ja das Thema ist wichtig, weil sei bei einem Orgasmus sterben kann, ja sie zeigt es ihrer Krankheit damit noch mal richtig und streckt den Mittelfinger in die Luft, aber das wäre für mich auch auf einem anderen Weg gegangen. Irgendwie hat mir diese Schnelligkeit der Beziehung ein wenig den Tiefgang  geraubt, den ich mir von dieser Geschichte erhofft habe. Es hätte mich bewegen können, wenn die Gefühle am Ende nicht auf der Strecke geblieben wären. So war es einfach nur eine ernste Geschichte, verpackt in viel Humor. Aber leider nichts, was mich zum Nachdenken angeregt hat oder in mir nachgehallt hat. 
Trotzdem würde ich insgesamt sagen, dass ich hier eine solide und gute Story gelesen habe, die mich unterhalten konnte. Unterhalten, aber leider nicht mehr. Der erwartete Tiefgang fehlt und mir wäre er für dieses Thema und die Charaktere wichtig gewesen. 
Schade, das Buch hätte perfekt sein KÖNNEN und damit volle Punktzahl absahnen können. 

Vielen Dank an den Oetinger Verlag für das Rezensionsexemplar.



Kommentare:

  1. Hey! :-)
    Ich habe das Buch vor ein paar Tagen zu Ende gelesen und fand es ziemlich gut, aber mir ging es zwischen Fynn und Tammie auch zu schnell.

    Ganz liebe Grüße
    Lisa

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    1. Ja das ist für mich leider irgendwie ein großes Manko... So hat mich die Story wirklich nicht so berührt wie ich es mir gewünscht hätte :/

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