2. November 2016

*Rezension* Locked In von Holly Seddon




Titel:           Locked In

Autor:         Holly Seddon

Verlag:       Randomhouse Audio

Länge:       9h 10

Bewertung:  3 Schmetterlinge






Manche Geheimnisse verschwinden von selbst. Andere nie. Sie sind nur eingeschlossen.

Alex Dare ist Journalistin. Und Alkoholikerin. Bei der Recherche für einen Artikel stößt sie auf den Fall von Amy Stevenson, die seit vielen Jahren im Koma liegt. Plötzlich wird Alex‘ journalistischer Spürsinn wieder wach. Denn sie kennt Amy. Und sie meint zu ahnen, dass Amy ein Geheimnis hat. Aber wer soll ihr schon glauben? Es sei denn, Amy gibt ihr Geheimnis preis ...
 


Ich muss vorneweg sagen, dass ich das Buch als Hörbuch gehört habe und bei Hörbüchern hat sich herausgestellt, dass ich sehr kritisch bin und es kaum Sprecher gibt, die mir wirklich gefallen. Deswegen versuche ich diese Tatsache etwas außen vor zu lassen, weil viele andere von vielen Sprechern begeistert sind, mich die meisten aber nur langweilen. So war auch leider hier der Fall. Die Sprecherinnen waren nicht furchtbar schlecht, aber mir haben sie zu langsam und monoton gelesen. Streckenweise war das leider fast schon anstrengend zu lauschen. Aber wie gesagt, ich bin da sehr speziell und ihr solltet in dem Punkt vielleicht nicht unbedingt auf meine Meinung zählen, sondern euch lieber noch ein paar andere Meinungen zu den Sprecherinnen einholen. Simon Jäger hat mir hier allerdings auch nicht wirklich gefallen und eigentlich mag ich seine Hörbücher sehr gerne.
Aber kommen wir zum wichtigen Teil, dem Inhalt.
Ich mochte die Idee hinter der Geschichte sehr, Ein vermeidliches sexual Opfer, eingeschlossen im eigenen Körper. Amy liegt nicht im Koma, aber sie ist auch nicht richtig wach. Sie ist irgendwie in einem Schwebezustand gefangen, aus dem sie nicht hinaus kommt und sie kann sich auch nicht wirklich bemerkbar machen für ihre Umwelt. Alex findet dann durch einen Zufall heraus, dass Amies Geschichte nie aufgedeckt wurde und nie ein Täter ermittelt wurde und das kann sie so nicht auf diesem armen Mädchen sitzen lassen. Ihre journalistische Tätigkeit kommt ihr hier zu gute und Alex ist von Natur aus neugierig. So beginnt Alex also Amies Geschichte wieder aufleben zu lassen und geht dabei eher als Ermittlerin, als als Journalistin vor.
Natürlich wurde die richtige Prise Drame beigesteuert. Nicht nur, dass Alex Alkoholikerin ist und deswegen von ihrem Mann verlassen wurde, Amy hat auch noch einen Verehrer aus Jugendzeit, der nicht über sie hinwegkommt. Und das Ganze obwohl der Unfall 15 Jahre her ist.
Alex macht sich also daran die wirklich rar gestreuten Hinweise zu finden und daraus die damalige Tat zu rekonstruieren.
Hier sollte also die Spannung ihren Lauf nehmen, man sollte mit Alex mit fiebern, ihre Alkoholsucht miterleben und trauern. Aber irgendwie ist das alles mehr oder weniger an mir vorbei gezogen. Es wurde zwischen drin sehr langatmig und Alex hat mich an mehr als nur einer Stelle wirklich genervt. Man hätte die Geschichte auch ohne ihre Alkoholexzesse plausibel aufbauen können und Alex wäre weniger anstrengend gewesen. Auch die anderen Charaktere sind wenig hilfreich. Ich finde sie alle sehr flach und ohne Dimensionen. Viele schneidet man einfach nur kurz an, obwohl sie vielleicht interessant geworden wären. Die Charaktere sind so an mir vorbei gezogen, ohne hängen zu bleiben, im Gegenteil ich musste sogar noch einmal nach gucken, wie sie alle heißen, weil mir keiner im Gedächtnis geblieben ist.
Aber auch wenn das jetzt alles so negativ klingt, war das Buch eigentlich gut. Die Idee war gut. Die Umsetzung hätte besser laufen können. Ich finde es generell spannend über Taten zu lesen, die lange zurück liegen und nie aufgeklärt wurden, weil wir so etwas in der Art auch selbst in der Familie haben. Aus diesem Grund habe ich schon mitgefiebert und gehofft, das man Amy noch irgendwie "rächen" kann. Und gerade ihren Aspekt der Geschichte fand ich gut. Man kann nicht mir ihr interagieren und doch ist sie als Charakter präsent. Zwar schwammig, aber sie ist da ohne einfach nebenher zu laufen.
Ich würde also nich sagen, dass das Buch für mich ein Flop war, aber es speziell und man muss sich auf das Thema einlassen. Und ich finde es schwer die Geschichte einem Genre zu zu ordnen.
Ich glaube es läuft unter Thriller, aber so richtig ist es kein. Viele finden das viel Psychologie in der Geschichte drin steckt, ja das tut es wohl, aber trotzdem hat es meine Psyche nicht angesprochen, es ist mir einfach nicht unter die Haut gegangen. Und das erwarte ich eigentlich von einem Roman mit diesem Thema.
Ein Pluspunkt für das Buch ist jedenfalls, dass ich persönlich noch nie ein Buch mit dieser Thematik gelesen habe und das ist in der heutigen Zeit auch einfach schwierig, denn niemand kann das Rad neu erfinden und die meisten Themen gibt es eben einfach schon. Natürlich kann es sein, dass es schon mehrere Bücher gibt, die dieses Thema behandeln, ich jedenfalls kenne keins.
Für mich siedelt sich das Gesamtwerk im guten Mittelfeld an und ich empfehle euch zu diesem Buch zu greifen, wenn euch die Thematik interessiert, aber ihr solltet nicht allzu viel Erwartungen an die Spannung haben, rasant ist die Story nicht.

Danke an Randomhouse Audio für das Rezensionsexemplar!


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