16. Dezember 2013

*Rezension* Aufbruch - Partials 1 von Dan Wells

„Mein Leben für ein Baby!“, das denkt sich Kira Walker, eine der wenigen Überlebenden der Menschheit. Sie ist ein „Seuchenbaby“, hat den Partialkrieg überlebt, der 99% der Menschheit zerstörte. Partials – von ParaGen geschaffene Waffen in Menschengestalt. Gefährlich. Tödlich.
Seit die Partials sich nach diesem Krieg aufs Festland zurückgezogen haben, konnten keine menschlichen Nachkommen mehr überleben.
Durch das Zukunftsgesetz stellt die Regierung die Geburten sicher, immer in der Hoffnung, dass irgendwann eins dieser Babys überlebt.
Doch Kira weiß es besser. Sie weiß, dass kein Baby überleben wird, denn alle tragen dieses unheilbare Virus in sich. Als dann auch noch ihre Freundin schwanger wird, will Kira nur noch eins: Ein Heilmittel finden. Und wenn es ihr Leben kostet.


Es gibt so viele Dystopien, jedes Buch das in der Zukunft spielt ist mittlerweile eine Dystopie. Manche sind ähnlich. Andere eben nicht. Dieses hier ist etwas besonderes.
In „Aufbruch“ – dem ersten Teil der Partial-Serie – geht es nicht um die Zerstörung einer Regierung und der blauäugigen Zerstörung eines Systems. Hier geht es genau um das Entgegengesetzte – nämlich um die Widerherstellung des normalen Lebens. Man bemüht sich, überhaupt eine fähige Regierung  zusammen zubekommen und hofft auf ein Leben in dem die Geschäfte wieder offen haben, die Gruppen wieder harmonieren, der Krieg zu Ende ist und man nicht in Angst leben muss, von den Rebellen oder gar den Partials angegriffen zu werden.
Das Leben um Kira Walker und ihre Freunde ist gefährlich. Sie müssen alte Gebäude plündern, um sich zu versorgen und um sich ein Dach über dem Kopf zu sichern. Sie müssen in Familien zusammenleben die sich nicht fremder sein könnten. Sie leben in ständiger Angst vor einem erneuten Angriff der Partials und vor der „Stimme“.
Leider – und das ist der einzige Minuspunkt an diesem Buch – ist die „Stimme“ eine sehr undurchsichtige Gruppe. Mir ist bis jetzt noch nicht ganz klar, woher sie ihren Namen hat und welches Ziel sie wirklich verfolgt. Sie ist eine Gruppe Menschen, die sich gegen das Zukunftsgesetz stellt. Aber das allein kann nicht ganz ihr Ziel sein, dafür sind sie zu rabiat. Ich hoffe einfach darauf, im zweiten Band schlauer darüber zu werden – irgendwie muss man sich die Spannung ja auch aufheben J
An Spannung mangelt es diesem Buch generell aber nicht. Es ist super aufgebaut und verliert sich nicht zwischenzeitlich. Es ging von Anfang an flüssig voran und konnte mich als Leser mit immer neuen Szenen und Situationen begeistern. Und auch ein paar dicke Geheimnisse hat sich der Autor für seine Geschichte aufgehoben, die nach und nach immer wieder ans Tageslicht kommen und für mich nicht vorhersehbar waren.
Ein großer Pluspunkt ist in meinen Augen, dass die Story sehr umgreifend ist. Es passiert auf 506 Seiten sehr viel und man bekommt einen sehr guten Einblick in die Vergangenheit und in die Hintergründe einiger Dinge. Doch mit keiner Szene wurde sich übermäßig aufgehalten, was den Fortlauf sehr fließend darstehen ließ und dem Leser eine Flut an Informationen zukommen ließ, ohne ihn darin zu ertrinken.
Die Protagonisten sind sehr realistisch dargestellt, so dass man sich gut mit ihnen identifizieren kann. Mir persönlich hat ein klein wenig das Gefühl für die Handelnden untereinander gefehlt. An manchen Stellen sickert es zwar mal durch, so dass man merkt, wieviel Mitleid Kira mit ihrer besten Freundin hat, aber an anderen Stellen, an denen wirklich große Verluste zu verzeichnen sind, ist von Trauer und Wut nicht viel zu spüren obwohl sie dort hingehören würde.

Partials 1 – Aufbruch – erhält von mir eine absolute Leseempfehlung und ich freue mich schon sehr auf Band 2!


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