3. Februar 2015

*Rezension* Wir wollten nichts, wir wollten alles von Sanne Munk Jensen und Glenn Ringtved



Zwei Leichen werden aus dem Fluss gezogen, aneinander gekettet mit Handschellen. Liam und Louise. Vereint in ewiger Liebe, die keinen anderen Ausweg gefunden hat. Es war Selbstmord. Doch Louises Eltern, insbesondere ihr Vater verzweifeln daran, nicht zu wissen, warum ihre Tochter diesen Schritt gewagt hat. Gorm macht sich also auf die Suche nach Spuren der letzten Tage seiner Tochter um zu verstehen und um endlich Frieden mit sich selbst, seiner Tochter und seiner Frau schließen zu können. Wir gehen mit ihm auf die Reise und lebn mit Louise ein Leben, das unter die Haut geht.




Die ersten Seiten dieses Buches haben mich schon gefesselt. Ich fand es gut, dass quasi mit dem Ende begonnen wurde und dass das erste was man liest der Selbstmord von Louise und Liam ist. Ab da an wird das Feld quasi von hinten aufgerollt und die Geschichte fängt beim Kennenlernen der beiden an und hört am Ende am Tag des Selbstmords wieder auf. Wir erleben mit Louise zusammen nocht einmal die Monate vor dem tragischen Tod und erfahren, was die beiden dazu getrieben hat.
Ziemlich schnell wurde mir klar, dass das Leben der beiden kein Leben im Sonnenschein wird sondern das ich mich als Leser wappnen muss, für eine Reise die mir wohlmöglich die Tränen in die Augen treiben wird. Und genau so war es auch! Scheint die Liebe der beiden zuerst stark und unzerbrechlich zu sein und das Leben einfach lebenswert, so tauchen bald die ersten Probleme auf und gerade Liam stürzt ab und rutscht ins Drogen Mileu. Dies war vorherzusehen, so wie vieles andere in der Story und doch hat sie mich gepackt und bewegt! Ich habe mit Louise zusammen die erste Liebe noch mal erlebt und konnte jeden Schritt den sie für Liam getan hat nachvollziehen und hätte wahrscheinlich auch so gehandelt. Ich war beim Lesen dieses Buches wieder 15 und habe mich gefühlt als würde ich selbst in Louises Haut stecken. Ich habe mit ihr gelacht und geweint und auch bis zum Ende die Hoffnung nicht verloren, dass es für sie doch noch irgendwie gut enden könnte, auch wenn ich den Ausgang ja schon kannte.
Die Idee hinter der Geschichte ist  keine Neue und doch wurde sie neu erzählt. Auch wenn ich schon mehrere Bücher zu diesem Thema gelesen habe, wurde ich es nicht satt die Sätze aufzusaugen.
Am Ende hat mich dieses Werk betroffen und erschüttert zurück gelassen und wird mir noch lange zu denken geben. Denken darüber, was mir vielleicht hätte passieren können wenn ich andere Freunde gehabt hätte in diesem Alter und auch das Denken an die Zukunft, was mit meinen Kindern passieren könnte. Besonders bewegt mich der Gedanken daranm, was ich tun kann, damit so etwas in meinem Leben eben nicht passiert!
Mir fehlen die richtigen Worte um zu beschreiben wie nahe mir dieses Buch gegangen ist. Ganz besonders weil man als Geist von Louise die Geschichte erlebt. Man sieht die Menschen mit ihren Augen und erfährt was sie nun fühlt, nachdem sie gegangen ist.
Einfach ein sehr emotionales Werk, welches kaum in Worte zu fassen ist!
Mein Rat an euch: macht euch selbst ein Biild, es wird sich lohnen!



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