20. August 2014

*Rezension* Machine Boy von Andreas Schlüter



Schon in der ersten Nacht ihres Trips an die Ostsee werden Tim und Paulina ausgeraubt. Der Dieb: ein 12-jähriger Junge. Doch kein gewöhnlicher Junge, sondern einer, der behauptet, ein Klon zu sein, geflohen aus einem geheimen Internat für Hochbegabte. Er fleht Tim und Paulina um Hilfe an, denn die Security des Ausbildungszentrums ist ihm auf den Fersen. Die beiden halten das zuerst für eine alberne Spinnerei, bis sie plötzlich verfolgt werden und schließlich ins Innere des Internats gelangen. Dort stellt sich die Frage: Wie kommen sie wieder heraus? Denn für Mitwisser sind die Stunden gezählt ... (Klappentext)

Geschockt bleibe ich nach Beendigung dieses Werkes zurück. Bombardiert wurde ich, mit Fakten von denen ich nicht weiß, ob alle echt sind oder auch teilweise literarischer Freiheit entstammen. Dennoch, ein Teil davon ist unwiderruflich wahr, und allein das reicht, um geschockt zurück zu bleiben.
Tim und Paulina geraten hier als Protagonisten in ein Netz aus Kriminalität, ethischer Unmoral und decken Dinge auf, die wir nur aus Filmen zu kennen glauben.

"Leihmütter, Adoptiveltern, Konzernmanager, das ist doch ein riesiges Netz von Mitwissern" staunte Paulina.
"Kein Netz von Mitwissern, sondern ein System von Tätern", korrigierte Ari.
Tim stöhnte erneut. "Das ist der rienste Horror-Science-Fiction, wenn das alles stimmt." Doch noch immer blieb er skeptisch. "Wie schon gesagt, wir sind hier in Deutschland. Ein hoch entwickeltes, zivilisertes, demokratisches Industrieland! Hier werden doch keine Sklaven verkauft!"
"Sklaven nicht", gab Paulina ihm recht. "Aber offenbar das Gegenteil: gezüchtete Eliten. (...)"


Der Autor lässt in seinem Werk keine Lücken, keine offenen Fragen. Alles ist sehr gut durchdacht und recherchiert, ebenso sind Orte und Reihenfolgen wahnsinnig gut erklärt.

Die Personen sind etwas nüchtern gezeichnet, was in diesem Buch aber absolut angemessen ist, denn hier gilt es, sich auf die Zusammenhänge der Ereignisse zu konzentrieren und nicht auf die Protagonisten. Ebenso fand ich nicht, dass es rasant zu ging, oder sonderlich spannend war. Dennoch hatte ich eine ständige Gänsehaut beim Lesen auf den Armen, weil es mich einfach wirklich total erschreckt hat.

Etwas in diese Richtung habe ich so noch nicht gelesen und es hat mir richtig gut gefallen.

Allerdigns kam das Ende dann doch sehr plötzlich und unrealistisch, so dass man das Gefühl hatte, der Autor möchte es jetzt einfach nur ganz schnell zu Ende bringen. Dafür muss ich leider einen Schmetterling abziehen, denn das passt einfach nicht zum ausführlichen Hintergrund-Informations-Stil des restlichen Buches.

Also gibt es von mir 4 Schmetterlinge und eine klare Leseempfehlung!

1 Kommentar:

  1. Hallo und guten Tag,

    hm, offen Fragen und Lücken....da möchte ich gerne einhacken, denn mir ging das Ende einfach zu glatt.
    Diese Superkinder bzw. Jugendlichen haben mit ihrem Auftritt doch genau, dass erreicht was die Macher wollten Akzeptanz für solche erschaffenen und produzieren Kinder.....

    Und somit kommt es doch genau zu diesen Wünschen. Auch schade , dass man so wenig über das persönlich Umfeld der Retter von Ari erfährt. Hier hätte das Buch ruhig noch ein paar Seiten mehr haben
    können, für meinen Geschmack...

    Das wäre mein persönlichen Kritikpunkte, aber sonst kann ich es auch gerne empfehlen.

    LG..Karin..

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