11. August 2014

*Rezension* Rosen und Seifenblasen - von Sonja Kaiblinger




Die 14-jährige Abby ist genervt von ihrer kleinen Schwester, die süchtig nach der Soap "Ashworth Park" ist, die neuerdings im Fernsehen läuft. Auch ihre Mutter ist schon infiziert. Abby findet das ganze nur nervig, überflüssig und peinlich.
Doch plötzlich findet sie sich aus einem merkwürdigen Zufall heraus selbst in der Serie wieder und ist der Mittelpunkt von Bösewichten, Familiengeheimnissen, Pferderennen und Schönlingen.

Plötzlich der neue Star einer Fernsehserie zu sein, wünschen wir uns das nicht alle? Umgeben von Schönheiten, am besten selbst eine sein, immer schönes Wetter, tolle Freunde, Zusammenhalt, stilvolle Wohnungen, und und und. Das ist es doch, was uns vorgegaukelt wird in solch einer Sendung. Doch die Realität sieht ganz anders aus, zumindest in Ashworth Park. Wobei... Realität? Was ist schon real? Es schmeckt wie zuhause, es sieht aus wie zuhause, es fühlt sich an wie zuhause, doch es riecht anders.... Denn das ist das einzige, was Abby als Unterschied feststellen kann: Man kann nichts riechen.
Trotzdem will Abby nur eins: Wieder nach hause, raus aus der Serie.

"Ein Date ist ein soziales Ereignis unter Teenagern mit dem Resultat eventueller Anbahnung romantischer Empfindungen" (S. 145)
Anfangs steht die Serie und deren Erklärung der aktuellen Schauplätze im Vordergrund. Leider konnte mich das überhaupt nicht überzeugen. Abby hasst die Serie aus dem TV, und macht dies an mehreren Stellen nur allzu deutlich. Man bekommt als Leser eingeschärft diese Serie zu hassen, dass dort alle bekannten und unbekannten Klischees vereint werden, solange bis man wirklich selbst eine Abneigung entwickelt hat. Und dann steht sie im Vordergrund. Aber wer will schon gerne etwas lesen, was er eigentlich überhaupt nicht mag? So war das erste Drittel wirklich nahezu eine Qual zu lesen... Was ich ehrlich gesagt recht ungünstig fand.
Wer da aber nicht aufgibt, wird belohnt, denn danach nimmt die Handlung an Fahrt auf, oder sagen wir es besser so: Die Geschichte entwickelt langsam ein Eigenleben, was man dann doch noch mögen kann.
Die Protagonistin, sowie auch die Soapdarsteller entwickeln sympathische Züge mit denen man sich anfreunden kann, und auch die Geschichte geht in eine Richtung, die man dann doch mag und gut findet, bis man irgendwann sogar selbst schon fast in der Serie steckt und mitfiebert und wissen will, wie es weiter geht. Und das sogar bis zur letzten Seite, denn dieses Buch klingt nicht langsam aus, sondern arbeitet auf eine wahnsinnige Spannung hin, um uns dann mit einem üblen Cliffhanger auf Band 2 vorzubereiten, der in ca. 1/2 Jahr erscheinen wird.

Sprachlich ist dieses Buch dem Alter der Protagonisten angepasst, was natürlich aber auch für ältere gut zu lesen ist. Es verlangt dem Leser nicht viel ab, ist aber gott sei dank auch nicht komplett vorhersehbar geschrieben, sondern hält für den Leser immer nochmal eine kleine Überraschung bereit.

Dieser Trilogieauftakt hat mich wirklich gepackt und begeistert, obwohl ich niemals damit gerechnet hätte. Dazu ist es mit seinem Cover wirklich eine Augenweide und ein Muss in jedem Jugendbuch-Regal :)

Ich vergebe für dieses Highlight 5/5 Schmetterlingen

1 Kommentar:

  1. Hm, lustig diese Buch taucht auch sehr häufig den Blogs zur Zeit auf...

    LG..Karin..

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