24. Januar 2017

*Rezension* das Paket - von Sebastian Fitzek




Titel:          Das Paket

Autor:        Sebastian Fitzek

Verlag:       Droemer Knaur

Seiten:       362

Bewertung:  3 Schmetterlinge



Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ...



Viele von euch werden dieses Gefühl kennen: Der Moment, wo der neue Fitzek ins Haus einzieht. Das Kribbeln in den Fingern, was man nun am besten tun wird. Soll man wirklich den Abwasch noch machen und die Kinder noch ins Bett bringen? Oder überlässt man Familie und Haushalt einfach sich selbst, nimmt sich auf der Arbeit zwei Tage frei und liest einfach alles in einem durch? Denn das ist es, was einen Fitzek ausmacht. Man fängt ihn an, und er verschlingt einen. Alles wird nebensächlich, das Leben gerät in den Hintergrund. Diese wahnsinnige Spannung, das kribbeln was einen gefangen hält. Die Tatsache, dass man an nichts anderes mehr denken kann, dass man nachts nicht mehr alleine aufs Klo gehen kann. All das ist das Sebastian Fitzek- Phänomen. Zumindest geht es mir so. Und ich denke noch vielen anderen auch, hier sprechen Auflage und Verkaufszahlen einfach für sich. 

Um das große Finale vorweg zu nehmen: Das Paket war leider das schlechteste, was ich bisher von ihm gelesen habe. 
Versteht mich nicht falsch, das Buch war nicht grundlegend schlecht. Aber hätte vorne kein Autor draufgestanden, wäre ich vom Lesen her nie drauf gekommen, dass DAS ein Fitzek war. Mir fehlte nämlich genau das, was ich im letzten Absatz beschrieben habe. 

Ich hab gelesen, gelesen, gelesen. Dann hab ichs weg gelegt weil ich Hunger hatte, weil ein Kind was wollte, weil  ich zur Arbeit musste. Und es hat mich überhaupt nicht gestört. Ich habe sogar mehrere Tage hieran gelesen, weil ich es immer wieder problemlos weg legen konnte. 
Mir fehlte hier die Spannung, das fesselnde, das typische. Das Gefühl dass mir die Angst den Rücken hoch kriecht und sich in meinem Nacken festsetzt. 

Aber auch die Story war für mich wenig einfallsreich. Kaum verwinkelt, sehr vorhersehbar. Dass der Autor dann auf den letzten Seiten noch versucht hat uns verschiedene "Schuld-Theorien" zu präsentieren war zwar in dem Moment interessant weil jede davon theoretisch hätte möglich sein können, aber das konnte die Leere der davorigen 200 Seiten leider nicht mehr füllen. 

Mir fehlte hier die Komplexität, die besondere verwickelte Handlung und die Spannung. Auch die Protagonistin blieb recht undurchsichtig und der Bösewicht wurde uns schon zu Anfang sehr auffällig auf dem Silbertablett präsentiert. 

Nüchtern betrachtet war der Schreibstil aber sehr flüssig und alles wie gewohnt simpel und schnell zu lesen. Wenn man sich überwinden kann dran zu bleiben, wird man an diesem Buch eine kurzweilige Freude haben, denn es lässt sich sehr sehr schnell weglesen - hat aber auch nicht allzu viele Seiten. 

Es ist ganz sicher keins meiner schlechten Bücher aus 2016, aber es ist auch keins meiner besten, und es ist ganz sicher nicht DAS Buch was ich Sebastian Fitzek zuschreiben würde. 

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Schmetterlingen und hoffe das nächste wird wieder spannender :) 




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