3. April 2015

*Rezension* Das Skript von Arno Strobel


Eine Strudentin erhält ein Päckchen, mit einem Schriftstück. Doch dieses Schriftstück ist ungewöhnlich, denn es ist geschrieben auf Menschenhaut. Die Polizei beginnt ihre Ermittlungen und die beiden Ermittler stoßen auf den Krimi Autor Christoph Jahn. In seinem Roman handelt der Täter exakt genau so wie hier im echten Leben. Er entführt Frauen um ihnen immer wieder Haut zu entfernen und diese dann wie Papier zu benutzen um seine Nachrichten zu übermitteln. Scheinbar ist der Krimi nun kein Krimi mehr sondern die Realität geworden.
Jahn jedoch schiebt die Schuld auf einen gestörten Fan, der schon vor Jahren ein anderes Buch von Jahn eins zu eins nachgestellt hat und somit Verbrechen verübt hat. Leider konnte dieser Fan nie gefasst werden. Die Ermittler stehen hier vor einem Rätsel und versuchen alles um mit Hilfe der Romanvorlage dem Täter zuvorzukommen und die entführten Frauen zu retten, bevor es zu spät ist.




Ich habe vor gar nicht allzu langer Zeit Das Rachespiel von Arno gelesen und war nicht so begeistert. Nun habe ich mir überlegt könnte ich ja mal wieder zu einem seiner älteren Bücher greifen, in der Hoffnung hier wieder auf Qualität zu treffen! Und genau das bekam ich dann auch geliefert.
Ich habe das Buch in weniger als 24 Stunden zu Ende gebracht und war völlig gebannt von der Geschichte die Herr Strobel sich hier erdacht hat. Ein Buch im Buch! Eine geniale Idee und genau diese Idee hat die düstere Krimi Atmosphäre in neue Höhen getrieben. Denn wer sagt denn, dass der Krimi den man nun gerade liest nicht auch vielleich irgendwann einmal eins zu eins von einem Täter nachgestellt wird. Gar nicht so abwegig wie ich finde. Und dadurch, dass man es sich vorstellen kann wirkt die Geschichte gleich viel furchteinflößender und hat mir eine Gänsehaut bereitet. Wenn auch im Buch sonst nicht viel von dem Psycho vor dem Thriller zu erkennen ist, so sorgt die Tatsache vom Buch im Buch dafür, dass die Psyche doch ganz schön zu arbeiten hat wähend des Lesens. Wirklich eine gelungene Idee!

Doch nicht alleine die Idee hat dazu geführt, dass ich dieses Buch geradezu verschlungen habe. Arno beweißt hier wirklich wieder einmal sein Können Szenen, Menschen und Orte so in Worte zu packen, dass ich sie vor meinem Auge sehen kann. Ich hatte alles immer direkt vor Auegen, fast schon als wäre ich einer der Ermittler, der zu jedem Tatort gerufen wird.

Die Charaktere sind authentisch und so geschickt beschrieben, dass man nicht zu viel erfährt und zusammen mit den Ermittlern immer wieder auf der falschen Fährte ist nur um irgendwann zu erkennen, dass man besser in die entgegengesetzte Richtugn gedacht hätte. Selbst das zu offensichtliche, nämlich das der Autor die Tatewn verübt um sein Buch wieder in die Bestseller Listen zu bekommen wird irgendwann eine realistische Möglichkeit. Auch wenn mir diese Möglichkeit als Leser nicht gefallen hätte. so war ich doch ein paar Seiten lang überzeugt davon, dass es so offensichtlich war, dass es wieder sein könnte. Ich wurde also vom Autor von einer Verdächtigung zur nächsten gejagt, nur um erkennen zu müssen, dass ich eigentlich keinen Schimmer habe wer denn jetzt nun der Schuldige ist und vor allem warum!

Die beiden Ermittler Matthiessen und Erdmann geben ein  ungewöhnliches Duo ab und die beiden müssen sich auch im Laufe der Ermittlungen selbst erst mal aneinander gewöhnen, ist dies doch ihr erster Fall gemeinsam. Doch diese Aufgabe meistern die beiden nach einigen Startschwierigkeiten nahezu bravurös. Und wenn ich einen Krimi lese und der Ermittler so präsent ist, dann möchte ich auch eine Nebenstory aus dem Leben des Ermittlers vorfinden, die zwischendurch von dem Haupterzählstrang ablenkt und  die Spannung etwas steigert, weil man sehnsüchtig darauf wartet das die Ermittlungen weiter gehen. Genau das wurde mir hier geboten. Man erhält immer wieder kleine Einblicke in das Leben der Beiden und damit sorgt der Autor dafür, dass sich die beiden ganz ganz langsam in mein Herz geschlichen haben und mir sympathisch geworden sind. Auch dies ist keine Selbstverständlichkeit, aber für mich ein MUSS. Wenn man einen Krimi oder Thriller liest indem ermittelt wird, dann erwarte ich, dass ich mich am Ende des Buches nur schweren Herzens von eben diesen Ermittlern trennen kann. Dies hat Arno hier erreicht.

Der Autor wählt hier auch die Methode immer mal wieder Kapitel einzuwerfen, die aus SIcht eines Opfers beschrieben werfde. Ich liebe sowas! Ich finde genau so etwas lässt die Gänsehaut noch wachsen und macht die Sache noch zusätzlich spannend. Ebenso die Tatsache, dass das Opfer schon sehr früh durchblicken lassen hat, dass es seinen Peiniger kennt. So fiebert man noch mehr entgegen und hofft bei jedem "Opfer-Kapitel" darauf, dass der Täter irgendetwas tut woran man ihn erkennen kann, noch bevor die Ermittler auf der richtigen Spur sind. Aber leider habe ich keinen solchen Fehler entdeckt und bin bis kurz vor dem Ende komplett im Dunklen getappt, was aber natürlich wieder für das Buch spricht!
Endlich wieder ein Buch meines Lieblings Krimi Autors, dass ich gut fand!


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