25. April 2015

*Rezension* Zwischen uns die Flut von Eva Moraal


Nina und Max stammen aus zwei verschiedenen Welten. Sie ist eine Trockene, er ein Nasser. Sie die Tochter des Gouverneurs und er der Sohn eines Rebellen. Doch die beiden werden magisch voneinander angezogen und können nichts dagegen tun - sie verlieben sich ineinander. Dies geschieht jedoch ohne das Max weiß wer Nina wirklich ist. Doch eins weiß er sicher: Der Gouverneur ist nicht so nett wie er tut und eben dieser Mann trägt Schuld am Tod seines Vaters. Als Max jedoch erfährt wer Nina ist, bricht für ihn eine Welt zusammen und er trifft eine Folgenschwere Entscheidung. Wird er diese bereuen? Kann die Liebe den Hass besiegen?




Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht. Die kurzen Kapitel, die sich zwischen Max und Nina abwechseln und der lockere Schreibstil sorgen dafür, dass man sofort in der Geschichte abtauchen kann. Die Beiden Hauptcharaktere werden einem direkt auf den ersten Seiten sympathisch, beide vom Schicksal gebeutelt und beide haben einen geliebten Menschen verloren. Als Leser kann man den beiden nun zu sehen, wie sie das entdecken, was man als Leser natürlich schon längst weiß - die beiden verlieben sich. Dies ist ein eher schleichender Prozess und ganz zu Anfang können die beiden sich auch nicht wirklich leiden, obwohl sie da schon merken, das irgendetwas sie an dem jeweils anderen anzieht. Es hat Spaß gemacht das zu erleben und vor allem hat es Spaß gemacht zu lesen wie sie anfangen füreinander einzustehen und wie beide begreifen, dass der Andere ähnlich denkt, auch wenn sie aus zwei verschiedenen Welten stammen.
Und genau diese zwei Welten sind einer meiner Kritikpunkte. Ständig wird von Nassen und Trockenen geredet, von verschiedenen Gebieten und einer großen Flut. Doch viel mehr Informationen gibt es leider nicht. Ich habe mich als Leser etwas hilflos gefühlt und habe immer schon gehofft, das auf der nächsten Seite dann endlich erklärt wird, was es damit auf sich hat - und dann, war das Buch zu Ende. Also ich weiß bis jetzt noch nicht was damals genau passiert ist. Aber Max ist ein Nasser und Nasse sind die untere Schicht der Gesellschaft. Wenn  sie Glück haben dürfen sie in den Gebieten der Trockenen oder für Trockene arbeiten und Nasse leben quasi mit den Dingen, die wir im Moment auch haben nur im Plattenbau. Nina ist eine Trockene. Sie gehört somit zur Gehobenen Gesellschaft und wohnt in einem abgetrennten Gebiet um vor einer erneuten Flut besser geschützt zu sein. Sie kennt die Dinge die wir alle kennen gar nicht und lebt technisch viel weiter entwickelt. Ein CD Player ist für sie eine Besonderheit. Nasse und Trockene verkehren nur für Arbeitszwecken miteinander. Aber das war es dann auch an Informationen. Keine Ahnung wer entscheidet ob man nun trocken oder nass ist, woher die Flut kam, was genau da passiert ist usw.. Eine für meinen Geschmack etwas zu geringe Informationsflut.
Ebenso verlieren Max und Nina im Laufe des Buches an Glaubwürdigkeit. Die beiden tun Dinge, die der jeweils andere ohne zu überlegen verzeiht... wirklich schlimme Dinge. Nina zum Beispiel hätte an einer Stelle für Max Partei ergreifen können um zu verhindern, dass er von der Schule fliegt. Hätte sie den Mund aufgemacht und etwas gesagt, hätte das verhindert werden könne, doch sie schweigt. Und Max ist das egal, er liebt sie, auch wenn er dadurch als brutaler Schläger dasteht. Auch Nina verzeiht Max einfach so, von einer auf die andere Sekunde, dass er mit geholfen hat sie zu entführen. Das er ihr Vertrauen missbraucht und die gedemütigt hat. Alles einfach so vergessen! Das geht mir ein bisschen zu schnell und wirkt zu naiv. Und genau das nervt dann irgendwann. Ich hatte gehofft ich werde Teil einer großen Rebellion, wurde aber nur Teil einer seltsamen Liebesgeschichte.
Doch auch wenn hier so viel negatives steht, war es am Ende doch gut zu lesen. Wie schon erwähnt, gerade die kurzen Kapitel aus zwei Sichten lassen den Leser einfach durch das Buch fliegen und ich war schneller durch als ich es selbst wahrnehmen konnte. Und da dieses Buch ja kein Einzelband ist, hoffe ich einfach im Folgeband auf ein paar mehr Infos und meine Rebellion.
Für mich ein gelungenes Debüt, mit einer tollen Idee und ein kleines Stück ausbaufähig nach oben!
Es lohnt sich zu diesem Buch zu greifen!


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