29. Januar 2016

*Rezension* Die Seuche von Andreas Geist



Der Joker, ein brillanter Hacker, dringt in die Hochsicherheitssysteme der Stadt ein und niemand ist vor ihm sicher. Andreas Melzer, Fallanalytiker für Cyberkriminalität bei der Kripo Hamburg, wird von Aron Fuller, dem Vorstand der bedeutendsten Sicherheitsfirma Hamburgs, engagiert, den Joker zur Strecke zu bringen. Die Suche nach dem Joker wird für die beiden zur Reise in die eigene dunkle Vergangenheit, bei der tief verschüttete Erinnerungen ans Tageslicht kommen. In welcher Verbindung stehen die beiden zum Joker? Ein Abgrund tut sich auf, der letztlich ganz Hamburg zu verschlingen droht. 
(Quelle:amazon.de)




Ich habe für diesen Teil länger gebraucht als für die Vorgänger, weil mich doch die sehr lange Einleitung schnell ermüdet hat. Es dauert ewig bis es zur Sache komme und strotzt an allen Ecken nur so vor Fachwissen im EDV Bereich. Dies hat die Geschichte eher vor mir entfernt und es war teilweise schwierig zu folgen und die Zusammenhänge zu verstehen. 

Durch das ganze technische Drumherum bin ich auch nicht wirklich mit den Charakteren warm geworden und für mich war dieser Teil der schwächste der Serie. 

Auch wenn ich die Grundidee wirklich wirklich gut finde und ich am Ende doch überrascht war, was der Autor hier noch aus der Story heraus gezogen hat. Es war mir aber auf dem Weg dahin einfach zu trocken und emotionslos. Da hätte ich ein wenig mehr erwartet um nahtlos an den Erfolg der Vorgänger anzuknüpfen. 

Jedes kapitel handelt von einem anderen Protagonisten, was dem Leser zwar auf der einen Seite einen großen Einblick verschafft, aber auf der anderen Seite bei der knappen Seitenzahl dafür sorgt, das keiner der Charaktere einem wirklich sympathisch wird. Ich konnte mich mit keinem identifizieren und leider auch keinen Bezug aufbauen. Manche werden jetzt sagen, dass dies nicht zwingend notwendig ist, aber für mein Leseempfinden ist es das. Ich kann eine Geschichte und ein Buch nur dann genießen, wenn es wenigstens einen Charakter gibt, mit dem ich mich verbunden fühle, ja dem ich etwas abgewinnen kann. 

Der Schreibstil ist hier, wie schon in den anderen Teilen sehr schonungslos und schroff. Es wird wenig Wert auf Gefühle gelegt, was generell die Situation in Hamburg im Jahre 2084 unterstützt und anschaulich darstellt, hier allerdings war mir der Autor da ein wenig sehr sparsam. 

Ich hatte sehr oft das Gefühl er verliert sich hier in seiner scheinbaren Affinität zur Technik, ohne dabei an die Leser zu denken, die den Erklärungen vielleicht nicht so ganz folgen können. So als hätte er das Buch nur für sich geschrieben und nicht so, dass andere es gerne lesen wollen. dadurch bin ich immer wieder über Wörter und auch ganze Sätze gestolpert, die ich einfach nicht verstehen konnte und der Lesefluss war doch arg gestört. 

Ich würde dem buch jetzt auch eigentlich nur zwei Sterne geben, aber ich muss wirklich sagen, dass mich die Auflösung am Ende und der Gedanken dahinter wirklich begeistern konnten! Und damit fügt sich die Story wieder gut in das Gesamtbild ein und macht das Buch am Ende dann doch noch irgendwie zu einer Runde Sache, bei der sich das Lesen gelohnt hat! 
Trotz der vielen Schwächen dieses Buches sollte man doch die ganze Reihe lesen und auch diesen Teil dabei nicht auslassen um das Bild von Hamburg zu komplettieren. 

Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar!





Kommentare:

  1. Hallo Nadja,

    gut zu wissen! Ich habe jetzt mal einen Teil der Reihe gelesen (V 2) und so richtig gepackt hat es mich leider nicht. Dabei war das Prequel so toll! Na mal abwarten, was der nächste Teil bereit hält.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Ich fand bis jetzt eigentlich alle gut, außer eben diesen hier...
      Ist schon ein wenig speziell das Ganze, aber macht Spaß!

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