6. Januar 2016

*Rezension* Risse im Fundament von Stella M. Lieran


Ein schweres Erdbeben erschüttert Hamburg. Menschen und ganze Hochhäuser stürzen in den sich auftuenden Abgrund. Die Ursache liegt tief unter der Stadt vergraben in Ebenen, die seit Jahren kaum jemand betreten hat. Ein mutiger Soldat wagt trotz aller Gefahren dennoch den lebensbedrohlichen Abstieg in die Tiefen Hamburgs um die Ursache des Bebens herauszufinden. Hunderte Meter unter der Erdoberfläche trifft er auf den fliehenden Aussiedler Rasmus. Das Fundament der Stadt droht komplett zu zerfallen. Um zu überleben, müssen die beiden ungleichen Männer widerwillig zusammenarbeiten- denn nur so können sie das vernichtende Schicksal von Hamburg abwenden.
(Quelle: amazon.de)



Risse im Fundament ist für mich bis jetzt der mit Abstand beste Teil der ganzen Serie. Man wandert mit den Charakteren noch tiefer in die Ebenen unter null, als man vorher schon vorgedrungen ist und dort unten scheint noch einiges los zu sein. Fernab von der Zivilisation hat sich dort eine kleine Gruppe gebildet, die irgendwie seltsamen Machenschaften nachgeht.
Die ganze Szenarie und das Vorgehen beim Erzählen hat mich sehr an Dan Brown erinnert - und ich liebe Dan Brown! Alles so ein wenig düster und verschwörerisch. Ich hatte die ganze Zeit Ahnungen, wo mich die Geschichte hin führen könnte und wurde doch immer wieder überrascht wo ich dann am Ende gelandet bin.

Besonders haben mir die Charaktere zugesagt. Kor, als Exsoldat, der nicht gut über seine Gefühle und Probleme sprechen kann und daneben seine Freundin Noora, die sich nichts mehr wünscht als ein Leben mit Kor. Und ein paar nette Worte von ihm, die ihr beweisen würden, dass sie ihm wirklich am Herzen liegt. Die beiden geben für mich schon ein wundervolles Prota Paar ab und ich habe sie beide geliebt. Dann ist da noch Dok. Der etwas verrückte Professor, der sich nicht entscheiden kann ob er Angst haben sollte oder lieber Mut beweist und mich als Leser immer wieder überraschen konnte mit einem flotten Spruch oder einer absolut mutigen Tat. Und zuletzt haben wir noch Rasmus. Er kommt von ganz unten und soll heraus, was es mit den Erdbeben auf sich hat und ob eine große Bedrohung besteht. Rasmus ist ein wahnsinnig toller Charakter und er erinnert mich ein bisschen an Silas aus Illuminati. Ich weiß auch nicht so genau, warum, aber in meinem Kopf hat sich sofort dieses Bild eingebrannt. Ich finde ihn sehr treffend gewählt und, genau wie alle anderen Charaktere, wahnsinnig spannend und teilweise auch erheiternd.

Im Gegensatz zu den anderen Büchern ist es hier etwas ruhiger, auch wenn die Passagen durchaus spannend sind. Aber es wird weniger mit Schimpfworten umher geschmissen und es gibt auch weitaus weniger Kämpfe und Tote. Dennoch bleibt die Spannung wie schon erwähnt bis zum Schluss erhalten und es war kurzweilig mit den verschiedenen Charakteren den Weg nach unten anzutreten, Nach unten in die längst vergessenen Ebenen.

Mich stört an der ganzen Serie leider so ein bisschen, dass man so wenig Zeit mit den einzelnen Charakteren und ihren Geschichten verbringen kann. Ich würde mir von manchen wünschen, dass ich sie näher kennen lerne. Aber vielleicht wird es in der zweiten Runde der Serie ein paar Wiedersehen geben, das würde mich wirklich freuen!

Alles in allem ist dies wieder ein mehr als gelungener Teil der Reihe, den ich jedem ans Herz legen kann!
Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar.


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