25. Februar 2016

*Rezension* Infernale von Sophie Jordan



Von klein auf hörte ich Wörter wie begabt. Überdurchschnittlich. Begnadet. Ich hatte all diese Wünsche, wollte etwas werden. Jemand. Niemand sagte: Das geht nicht. Niemand sagte: Mörderin. Als Davy in einem DNA-Test positiv auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome (HTS) getestet wird, bricht ihre heile Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung scheitert, ihre Freunde fürchten sich vor ihr und ihre Eltern meiden sie. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll, einen Menschen zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie das werden, für das alle Welt sie hält und vor dem sie sich am meisten fürchtet – eine Mörderin?


Ich habe mich wie wahnsinnig auf dieses Buch gefreut. Ich habe extra schnell alles andere abgearbeitet um mich ganz in Ruhe um Davys Geschichte kümmern zu können. Überall gab es nur positives zu lesen und ich hatte gehofft ich würde mal wieder eine Geschichte in den Händen halten, die in mir bleibt, die sich festsetzt und mich nicht mehr loslässt.... und wurde leider enttäuscht.
Vielleicht bin ich einfach mit zu großen Erwartungen an das Buch heran gegangen und es hatte einfach keine Chance mich zu erreichen, ich weiß es nicht.

Der Einstieg fiel mir leicht, die lockere Sprache ohne Schnörkel hat mich sofort in die Story gezogen und ich fand die Idee hinter dem Buch wirklich spannend. Ich finde den Gedanken daran., dass jeder, der eine Straftat begeht vielleicht ein Gen dafür in sich trägt beängstigend und faszinierend zugleich. Aber ebenso macht mir die Tatsache Angst auf irgend eine Gen Analyse reduziert zu werden, sodass mein wirkliches Handeln absolut egal wird. So war ich also mitten drin und es war ja klar, dass Davy eine Trägerin ist. Es musste so sein, sie kommt aus gutem Haus, nichts hätte mehr geschockt als die begabte Davy.

Nun habe ich gehofft, die Geschichte nimmt Fahrt auf, Davy rebelliert, stellt sich selbst und alles in ihrer Umgebung in Frage und wie erfahren mehr über sie und das HTS Gen, was sie zu einer Mörderin macht. Leider wurde ich enttäuscht. Der Spannungsbogen blieb eigentlich mehr oder minder stetig auf der gleichen Linie. Es war nicht so langweilig, dass ich es weg packen wollte, aber auch nicht der Flash den ich erwartet habe.

So habe ich also weiter gelesen und gehofft, habe schon vor Davy erkannt, dass dieses Virus sie zur Einzelgängerin werden lässt und war von ihrem sozialen Umfeld kein bisschen überrascht, es musste alles genau so kommen. Aber ich hatte immer noch Hoffnung, irgendwas müssen ja all die begeisterten Stimmen in der Geschichte gesehen haben, etwas das ich vielleicht übersehe.
Alles bleibt grau, Ton in Ton.

Bei all den schlimmen Ereignissen die passieren, finde ich die sowohl Davy als auch Sean viel zu gleichgültig. Sie scheinen nicht mehr über sich selbst und HTS wissen zu wollen, scheinen nicht so wirklich einen Ausweg finden zu wollen. Sie leben von einen auf den anderen Tag ohne Blick auf die Zukunft. Jetzt kann man sagen, dass es Menschen, die in solch einer Situation landen vielleicht genau so ergeht. Das mag sein, aber mir fehlt der rote Faden. es gibt kein größeres Ziel was die beiden anstreben, kein großes Ganzes. Eigentlich gibt es nichts...

Man wird als Leser von einem, Schauplatz zum nächsten geschmissen, die Geschichte wird mit jeder Seite immer brutaler. Ich hatte das Gefühl diese Brutalität wird benutzt um die fehlende Dynamik auszugleichen. Wir machen es schön blutig und brutal, dann merkt keiner, dass die Geschichte gar keinen Tiefgang und keine Handlung hat.

Ich habe bis zur letzten Seite auf den Umschwung gehofft, habe gehofft es passiert noch etwas, damit ich meine Meinung ändern kann, aber leider ist dies nicht der Fall.

Ich würde nicht sagen, dass Buch und die Geschichte sind schlecht, aber für mich hat eben das kleine bisschen mehr gefehlt. Der Funke ist einfach nicht übergesprungen. Wie schon erwähnt kann es auch daran liegen, dass ich meine Erwartungen viel zu hoch gesteckt habe. Es gab auch Stimmen die meinten, dies wäre endlich mal ein Jugendbuch ohne Liebesgeschichte im Vordergrund. Auch diese Meinung teile ich nicht. Die Geschichte zwischen Davy und Sean bedeutet alles in dem Buch. Nichts wäre soweit gekommen, wenn es die Verbindung zwischen den beiden nicht geben würde. Ich habe eher das Gegenteil empfunden, das eigentliche Thema rückt immer mehr in den Hintergrund und die Autorin hat sich nur noch damit beschäftigt zarte Bande zwischen Davy und Sean zu knüpfen.
Meine Rezension klingt jetzt nach einem furchtbaren Verriss, aber ganz so schlimm war es nicht, sonst hätte ich es nicht in zwei Tagen gelesen. Aber ich finde wenn man mit Erwartungen an ein Buch heran geht, ist man nachher eben noch enttäuschter wenn es einem nicht gefällt, als wenn ich vorbehaltlos in die Geschichte eingestiegen wäre...
Ich bin jedenfalls nicht überzeugt und mich konnte die Story nicht abholen.

Vielen Dank an den Loewe Verlag für das Rezensionsexemplar.


Kommentare:

  1. Ich hab das Buch im Regal stehen und werde es noch nicht lesen - einfach weil ich zur Zeit zu viel davon höre/sehe/lese.

    Mir ist es schon öfter so gegangen, dass ich ein Hype-Buch gelesen habe und absolut nicht nachvollziehen konnte, wieso das Buch so hochgelobt wird .... und es mir so gar nicht gefallen konnte ...

    Viele Grüße
    Babsi

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    1. In letzter Zeit geht es mir auch leider oft so... Ich kann nur noch sehr selten nachvollziehen warum alle Welt über manche Bücher spricht...

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  2. Hallo Nadja,

    oh, sehr schade, dass es dich nicht mitreißen konnte. Der Klappentext klingt eigentlich ganz gut. Aber fehlende Sogwirkung kann einem alles verderben. Ich kenne das.

    Gruß
    Steffi

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    1. Ja der Klappentext klingt wirklich super und auch die Grundidee der Geschichte ist klasse... für mich hätte man da einfach mehr draus machen müssen...

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  3. Hallöchen =)

    Ich hab nun auch schon einiges über das Buch gelesen und muss sagen, dass mir die Grundidee echt gut gefällt. Schade, dass dich das Buch nicht überzeugen konnte.

    LG
    Anja

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    1. Ja, ich finde es auch schade :( ich hatte mich wirklich sehr darauf gefreut und gehofft ein super Buch lesen zu können...

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  4. Schade, dass dir das Buch nicht so zugesagt hat. :( Ich kann deine Kritikpunkte allerdings echt nachvollziehen. Du hast Recht damit, wenn du sagst, dass die zwei Protas in der Tat nicht wirklich irgendetwas unternommen haben, dass sie sich eben ihrem Schicksal ergeben haben. Mich hat das nicht wirklich gestört, weil ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, dass es im ersten Band erstmal um die Geschichte drumherum ging. Das Kennenlernen der Figuren, das HTS Gen, etc.
    Es tut mir echt Leid, dass dich das Buch nicht abholen konnte, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich es auch immer wieder interessant finde andere Meinungen zu lesen, die sich nicht der Lobhudelei anschließen. ;)
    Es wäre ja auch ätzend, wenn wir alle dieselbe Meinung hätten, nicht?
    Ich hoffe sehr deine jetzige Lektüre gefällt dir besser. :)
    GlG
    Kitty ♥
    P.S. Wäre es für dich okay, wenn ich deine Rezi bei mir verlinke?

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