14. August 2015

*Rezension* Layers - von Ursula Poznanski






Dorian ist ein Straßenjunge, seit er von zuhause - und damit von seinem prügelnden Vater - abgehauen ist. Er lebt auf der Straße, schlägt sich so durch. Eigentlich ist dies nicht im wahrsten Sinne des Wortes gedacht, denn ein Schläger ist er nicht. Als er allerdings eines morgens in einer Blutlache neben einem anderen toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, beginnt Dorian an sich selbst zu zweifeln. Er kann sich an nichts erinnern, was in der Nacht passiert ist. Völlig verängstigt wird er von einem Mann aufgegriffen, der ihn zu "Bornheims Villa" bringt - ein besserer Ort für Straßenkinder, eine neue Chance auf Bildung und ein normales Leben. Ohne Gegenleistung. Fast. 

Kaum ist er in der Villa angekommen, passieren lauter merkwürdige Dinge. Niemand der Jugendlichen scheint dies zu hinterfragen, alle sind froh dass sie ein Dach über dem Kopf und eine zweite Chance bekommen haben. Da fragt man sich als Leser schon, ob man hier für doof gehalten werden soll. Denn soviel Dummheit können doch grade die Kids von der Straße, die Misstrauen dort sicher gelernt haben, nicht in sich tragen, oder? Das war einer der wenigen Makel die ich an diesem Buch gefunden habe. Für mich war alles zu sehr Friede Freude Eierkuchen, es entsprach einfach nicht dem gesunden Menschenverstand. 

Doch dann trifft Dorian ein Mädchen und verliebt sich knall auf Fall. In das Mädchen. In die Villa. In sein neues Leben. 
Der ganze Ablauf der Geschichte war für mich logisch aufgebaut und spannend und fesselnd geschrieben. Ich liebe die Bücher von Frau Poznanski, und während andere Autoren stetig abbauen in ihrer Leistung, hab ich das Gefühl Frau Poznanski setzt immer noch stetig einen drauf. Auch dieses Buch war an Spannung einfach nicht zu toppen. 

Wir haben es hier mit Zukunftsthemen zu tun, mit Verschwörungen innerhalb und außerhalb unserer Gesellschaft. Mit Kreisen die sich abspalten, um etwas besseres zu sein, um mehr Wissen zu erlangen als andere. Für mich ein unglaublich spannendes Thema, gerade wenn es um die digitale Welt der Zukunft geht, da ich im hier und jetzt und heute schon ein süchtiges Kind des Internets bin. 
Die Recherche die hinter diesem Buch steckt ist genauso gut wie die literarische Freiheit, die die Autorin sich genommen hat. Sie gibt diese automatisch an den Leser weiter, der genug Information erhält um sich zurecht zu finden, aber ebenso genug Spielraum hat um sich die ganze Welt in seinem Kopf selbst vorzustellen und sein eigenes Kino zu erschaffen und zu erleben. 

Die Protagonisten haben mir alle sehr gut gefallen, sie waren spannend und neuartig, nicht immer nur fremdgesteuert und dämlich. Sie hatten eine gesunde Portion Neugierde und Respekt, genauso wie etwas Abenteuerlust in sich.

Die Geschichte die sich am Ende herausstellt, hätte ich so niemals erwartet. Ich wurde hier von einem super Ende mitgerissen, was mich auch wirklich nochmal überrascht hat. Allerdings ging das Ende dann doch sehr sehr schnell und kam sehr plötzlich, die Ereignisse überschlagen sich so rasant, dass man wirklich seine Gedanken beisammenhalten muss, um nicht von der Spur abzudriften - hier ist hohe Konzentration gefragt. Ich mag es allerdings sehr gerne, wenn man als Leser auch ein wenig gefordert wird. Trotzdem - 10-20 Seiten mehr am Ende hätten sicher auch Layers keinen Abbruch getan. 

Alles in allem habe ich aber an diesem Buch nichts auszusetzen, bin absolut begeistert und würde es jederzeit weiterempfehlen!

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen und eine Leseempfehlung!


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