20. Oktober 2013

*Rezension* Vivere von Iris T. Simian

Alicia Schulze, Außendienstmitarbeiterin einer Krankenversicherung lässt sich nicht durch die tote Ratte samt Drohbrief erschüttern, die ihr ins Büro geschickt wird und die staunend von den Kollegen sowie der Polizei als anonym geschmacklose Kundenbeschwerde aufgenommen wird. Erst weitere Drohbriefe, die bei ihr zu Hause auftauchen, bringen Alicias beschauliches Eifelleben durcheinander. Als sie auf der örtlichen Wache einen kompetenten Polizisten sucht, von dem sie ihre Angelegenheit behandelt wissen will, trifft sie auf Malte Hegenbach.
Alicias vermeintlich unzufriedener Kunde entpuppt sich mit weiteren Aktionen als psychopathischer Stalker. Ihr Leben gerät ganz aus den Fugen, als sich herausstellt, dass sich scheinbar schon seit Wochen jemand zu ihrem Haus Zutritt verschafft hat und sich so in ihr Leben zu drängen versucht.
Während der Ermittlungsarbeit lernt Hegenbach Alicia näher kennen. Auf dem besten Weg sich in sie zu verlieben holt ihn jedoch seine Vergangenheit schleichend ein.



Die Charaktere sind sehr lebhaft dargestellt und man wird nicht von zu viel drumherum erschlagen. Man kann sich in die Personen einfinden und mit ihnen fühlen, ohne sich selbst zu verhaspeln.

Die Orte sind durch die Ortskundigkeit der Autorin sehr anschaulich und realistisch dargestellt.
Ich empfand es als sehr merkwürdig von den Straßen zu lesen, durch die ich selbst jeden Tag gehe. Das führt zwar zu einer absoluten Klarheit was die Autorin gerade darstellt, wirkt auf mich selbst aber eher befremdlich - was aber an mir, und nicht an dem Stil des Buches lag :)

Die Spannung wurde sehr langsam aufgebaut und oft hatte ich das Gefühl, dass manche Szenen spannender sein könnten, wenn sie sich nicht so in Details verlaufen hätten.

Doch die letzten 100 Seiten konnten dann mit maßloser Spannung glänzen und ganz wie man es von einem guten Krimi auch erwartet, mit einem Ende, das absolut nicht vorhersehbar war.

Der Schreibstil ist ansprechend.

Ein Muss für alle Ortskundigen - aber auch eine große Empfehlung an diejenigen, die es nicht sind.

Für die teilweise genommene Spannung gibt es von mir einen Punkt Abzug, daher 4 von 5 Sternen - mit großer Vorfreude auf den zweiten Band der Autorin :)

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