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*Rezension* Dumplin von Julie Murphy






Titel:         Dumplin

Autor:        Julie Murphy

Verlag:       FJB

Seiten:       400

Schmetterlinge:  2





Willowdean – „16, Dolly-Parton-Verehrerin und die Dicke vom Dienst“ – wird von ihrer Mutter immer nur Dumplin' genannt. Bisher hat sie sich in ihrem Körper eigentlich immer wohl gefühlt. Sie ist eben dick – na und? Mit ihrer besten Freundin Ellen an ihrer Seite ist das sowieso total egal.
Doch dann lernt sie den sportlichen und unfassbar attraktiven Bo kennen. Kein Wunder, dass sie sich hoffnungslos in ihn verknallt – dass er sie allerdings aus heiterem Himmel küsst, verunsichert sie völlig. Plötzlich macht es ihr doch etwas aus, nicht schlank zu sein.
Um ihre Selbstzweifel in den Griff zu bekommen, beschließt Will, sich der furchteinflößendsten Herausforderung in ganz Clover City zu stellen: Sie will am „Miss Teen Blue Bonnet“-Schönheitswettbewerb teilnehmen und allen – vor allem sich selbst – beweisen, dass die Kleidergröße für das ganz große Glück überhaupt keine Rolle spielt.



Ich habe mich ehrlich auf dieses Buch gefreut, weil ich mich selbst ohne die Geschichte gelesen zu haben total darin wiedererkannt habe. Ich habe gedacht Willowdean und ich könnten die selbe Person sein! Aus Zeitmangel habe ich dann letztlich gewartet bis das Hörbuch raus kam und dann dieses gehört, weil lesen bei mir aktuell einfach irgendwie nicht drin ist.
Zuerst fand ich die Geschichte auch noch irgendwie süß und war gespannt was mich erwarten wird und wie das alles weiter geht. Ich konnte mich schon sehr gut in Willowdeans Zweifel und Ängste hineinfinden, hatte ich doch jahrelang dieselben Probleme, bzw manche davon überdauern einfach noch bis heute.
Aber irgendwie ist die Stimmung dann schlagartig umgeschlagen. Willowdean und ihre Art haben mich nur noch genervt. Sie ist für mich doch sehr in ihrem Muster sich selbst zu hassen stecken geblieben und konnte gar nichts annehmen, aber auch nicht über Probleme wirklich reden. Vielleicht war ich in ihrem Alter ganz genauso. Bestimmt sogar, aber jetzt, ca. 10 Jahre später war sie mir einfach irgendwie zu naiv und zu blass. Sie war richtig durchsichtig und hatte keinerlei Struktur. Jetztz könnte man sagen, dass ich einfach aus dem Alter raus bin, aber ich lese doch sehr viele andere Jugenbücher, die mich weniger nerven und total anfixen können.
Ihre ganze Situation und wie sie damit umgegangen ist hat mich einfach immer weiter aufgregt, sodass ich kaum noch zuhören konnte und wollte.
Auch ihr Umfeld war für mich nachher einfach nur noch ein Graus. Ich frage mich ehrlich gesagt nach welchen Kriterien sie ihre Freunde bisher ausgesucht hat und wie man sich in Bo verlieben kann? Außer Aussehen ist bei ihm scheinbar leider nichts dahiner. Auch er ist eher blass. Die Charaktere hatten für mich leider überhaupt keinen Tiefgang und waren mit emotional nur selten und am Anfang verbunden.
Vielleicht lag das aber auch einfach am Schreibstil, denn dieser war für mich sehr emotionslos. Hier wurden meiner Meinung nach einfach nur die kalten Fakten auf den Tisch gelegt und dann ging es weiter. Die tiefgreifenden Emotionen, die diese Story hätte bereit halten können kamen einfach nicht rüber. Für mich eine Story, voller Klischees, die leider eher schlecht verpackt wurde.
Auch der Witz, der hier eigentlich vorhanden sein sollte hat mir gefehlt und ist scheinbar auf der Strecke geblieben. Ich fand weder Willowdean noch ihr Umfeld besonders witzig.
Dieses Buch hatte leider so gar nichts mit dem zu tun was ich erwartet hatte und hat für mich auch die Problematik null rüber bringen können. Body Shaming ist ein ernstes Thema, dem man sich widmen sollte, aber hier ist für mich die Botschaft nicht wirklich angekommen.
Die Idee solche Themen zu thematisieren, damit sie nicht weiterhin ein Tabu Thema bleiben und endlich jeder lernt sich selbst zu lieben und zu verstehen, dass es eben verschiedene Menschen gibt, die verschieden aussehen können und vor allem dürfen ist toll und ich unterstütze das sehr gerne!
Aber rein vom Unterhaltungsaspekt her war das Buch leider eine Niete.


Vielen Dank an FJB für das Rezensionsexemplar.


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