11. September 2015

*Rezension* Du neben mir - von Nicola Yoon


Klappentext:
Am Anfang war ein Traum. Und dann war Leben! Wenn ihr Leben ein Buch wäre, sagt Madeline, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern: Heute ist genau wie gestern und morgen wird sein wie heute. Denn Madeline hat einen seltenen Immundefekt und ihr Leben lang nicht das Haus verlassen. Doch dann zieht nebenan der gut aussehende Olly ein - und Madeline weiß, sie will alles, das ganze große, echte, lebendige Leben! Und sie ist bereit, dafür alles zu riskieren. So hat man die Liebe noch nie gelesen! Das neue Lieblingsbuch für Töchter und ihre Mütter: Eine außergewöhnlich berührende Liebesgeschichte für Fans von Jojo Moyes und John Green mit besonderen Illustrationen, Skizzen, Notizen und E-Mails.
(Quelle: Lovelybooks.de)

Madeline hat einen seltenen Immundeffekt und das Haus noch nie bewusst verlassen. Es gibt da ein Foto, dass sie erahnen lässt, dass sie schonmal "draußen" war, doch sie hat keine Erinnerung daran. Sie sehnt sich nicht direkt nach draußen, denn sie kennt es nicht anders. Unterrichtet wird sie von zuhause, online. Hin und wieder kommt ein Lehrer, der dann eine lange Prozedur der "Reinigung" durch die Luftschleuse auf sich nimmt. 

Und dann kommt Olly. 
Er zieht plötzlich mit seinen Eltern gegenüber ein. Erst beobachtet Madeline ihn nur durchs Fenster, doch schnell fällt auch sein Blick auf sie. Die beiden verbindet sofort eine hohe Anziehungskraft, obwohl sie sich nichtmal richtig sehen können, nicth berühren können. Doch die beiden finden ihren Weg, finden zusammen, starten Kommunikation. Und dann nehmen die Dinge ihren Lauf...

Die Protagonisten Maddy und Olly sind sehr gut gezeichnet. Auch die Handlungsorte - das Haus - waren sehr sehr gut beschrieben, ich hatte zu jeder Zeit ein klares Bild vor Augen, was mir wirklich gut gefallen hat. Ich habe mich sofort zurechtgefunden. 

Anfangs litt ich noch mit Maddy, habe mit ihr gefiebert und getrauert, um das Leben dass sie führen muss, um ihre Krankheit. Darum, dass sie nie den Duft von Blumen riechen wird, nie den frischen Wind am Meer in ihrem Haar spüren wird. 
Doch dann bricht sie aus sich selbst aus, und das auf eine so verdrehte Art und Weise, dass ich nicht mehr wusste ob ich sie lieben oder hassen sollte. Zeitweise hatte ich wirklich das Bedürfnis sie zu schütteln. Was vielleicht aber auch hauptsächlich daran lag, dass das Buch einen sehr krassen Wendepunkt in der Mitte hat, der MIR von anfang an klar war. Ich weiß nicht, ob ich da einen siebten Sinn für habe, oder ob es wirklich so überdeutlich klar war... Wie auch immer, ich fands ehrlich gesagt etwas blöd, das so vorher zu wissen. Das nahm mir halt die ganze Spannung und Freude am Lesen und ich hab als es soweit war nur noch gedacht  "NA ENDLICH!!!"

Trotzdem war es schön zu lesen, auch wenn es mich nicht so begeistern konnte dass es mich buchstäblich vom Hocker gerissen hätte. 

Das Ende kam dann sehr rasant und blieb ein Stück weit auch offen, ich hätte es mir ein bisschen anders gewünscht - aber das ist okay. Es hat mich nicht unbefriedigt zurückgelassen. 

Ein Punkt auf den ich noch eingehen möchte, ist die Gestaltung des Buches. Es lebt von vielen Zeichnungen, Skizzen, anschaulichem Chat-Material, und und und... Das war mir persönilch ein wenig too much, denn es hat das Buch ins Lächerliche gezogen. Dieses Buch wirbt mit seiner Emotionalität und präsentiert sich dann als lachhaftes Bilderbuch - das passte für mich wirklich nicht zusammen, und das hätte ich mir auch wirklich anders gewünscht. Und das obwohl ich ein Fan von Illustrationen bin!

Alles in Allem war die Story aber wirklich flüssig geschrieben, gut zu lesen. Die Protagonisten haben mir gut gefallen und auch die Handlungsorte waren sehr treffend gewählt. 

Ich vergebe gut gemeinte 4 Schmetterlinge, finde aber nicht dass es ein Buch ist, was man unbedingt gelesen haben muss. Und wer es lesen möchte, der sollte bitte einfach nicht allzu viel erwarten und sich nicht von der angepriesenen Emotionalität leiten lassen, sondern selbst herausfinden ob es für ihn emotional ist, oder eben nicht :) 



Vielen Dank an Dressler für dieses Rezensionsexemplar!


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