24. September 2015

*Rezension* Wundmal von Saskia Berwein


In einem Haus in Lemanshain werden die Leichen einer alten Frau uns ihres Enkels gefunden. Die beiden wurden fast bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Doch der Täter scheint nicht weit, noch in derselben nacht geschieht ein Autounfall. Der Fahrer tot, doch in seinem Kofferraum befinden sich die Folterinstrumente. Jedoch wird schnell klar, dass der Fährer und der Mörder nicht dieselbe Person sind. Jennifer und Oliver beginnen ihre Ermittlungsarbeiten und werden immer weiter in Machenschaften organsisierter Verbrechen gezogen. Sie verfolgen einen Killer, der seine Spuren zu verdecken weiß und geraten dabei selbst ins Fadenkreuz...




Saskia konnte mich wie immer begeistern. Schon auf den ersten Seiten war ich wieder mitten im Spiel. Alleine der Prolog ist perfekt! Diese wenigen Seiten haben  es schon geschafft mich mehr als gut auf das Buch und das weitere Geschehen einzustimmen.  Es hat nicht lange gedauert und Jennifer und Oliver waren mir vertraut wie eh und je. Alte Freunde, die ich nach langer Zeit wieder treffen durfte. Die beiden werden mir von Fall zu Fall sympathischer und wachsen immer mehr zusammen. Sie ergänzen sich perfekt. Jennifer handelt oft aus einem Impuls heraus, einem Bauchgefühl - genau das hat sie schon mehr als einmal in Gefahr gebracht. Oliver ist da eher der Ruhepol, der Denker. Er kann Jennifer zwar nicht immer zurück halten und doch schafft er es irgendwie immer sie vor größerem Übel zu bewahren. Doch in diesem Band wird er auch ein wenig rebellisch und unvorsichtig, was mir aber durchaus gefällt. Man hatte in den letzten Bänden immer ein wenig das Gefühl das er ein wenig steif ist und nun kommt er endlich mal aus sich raus.
Privat ist bei den beiden auch wieder einiges los und ich kann nur immer wieder betonen, wie wichtig mir das Privatleben neben einem guten Fall ist. Bei den Fällen kann ich jedes mal aufs Neue mitfiebern, weiß nie wo Saskia mich hinführen wird und jedes Buch ist abgeschlosse. Doch das Privatleben und die Beziehung der beiden trägt einen roten Faden der sich druch jedes Buch führt und auf den ich mich jedes Mal aufs Neue freue!
Nicht nur ihre Fälle weiß Saskia perfekt zu verstricken, auch in der Nebenstory passieren immer wieder Dinge, mit denen man als Leser zu keiner Sekunde gerechnet hat und die einen völlig unvorbereitet treffen und ich habe mich gerade in diesem Buch wieder total überfahren gefühlt - auf eine gute Art und Weise. Doch nicht nur die Protas tragen hier wichtige Rollen, Saskia versteht es auch darauf ihre Nebencharaktere, wie die Tochter von Oliver - Hannah - und den Bruder von Jennifer - Bastian - ins richtige Licht zu setzen. Hat man die beiden für eher unwichtig gehalten, war man hier auf dem Holzweg, es ist einfach schön anzusehen was Saskia immer wieder aus ihren eiegen Charakteren heraus holen kann. Sie sind alle vielschichtig und man sollte damit rechnen, dass jeder einmal auf seine Art und Weise wichtig wird. Und genau das liebe ich! Ich tappe völlig im Dunkeln, werde auf tausend falsche Fährten gebracht nur um mir am Ende an den Kopf zu packen und zu sagen: "Ach klar, jetzt wo ich es weiß hat doch alles darauf hingedeutet!" 

Wie bei jeder Rezension muss ich auch diesmal Saskias Schreibstil loben!
Ich weiß gar nicht genau wie sie es macht aber sie schreibt so wahnsinnig ehrlich, ihr ist nichts zu blutig und genau das machen ihre Thriller aus! Es ist schnörkelos und knallhart. Ich liebe es!
Ich finde gerade deutsche Autoren schreiben manchmal ohne Punkt und Komma, verlieren sich in Adjektiven und Erklärungen, doch das alles tut Saskia nicht. Sie bringt ihre Sachen präzise auf den Punkt, mit genug Informationen um sich sein eigenes Kopfkino zu basteln. Sie findet eben immer genau die richtige Mischung! Ich bin begeistert von ihren kranken Ideen ihren Charakteren und ihrem Stil! Ich glaube es gibt keinen Thriller/Krimi Autor von dem ich wirklich alle Bücher gelesen habe, außer ihr. Besonders gut gemacht finde ich immer die kleinen Kapitel aus Sicht des Mörders. Mir läuft es da manches Mal wirklich kalt den Rücken runter, aber genau das brauche und will ich bei einem guten Thriller.

Auch der Fall war dieses mal außerodentlich spannend, wie oben schon geschrieben war ich mir mehr als einmal sicher genau zu wissen was da passiert, nur um am Ende wieder fest zu stellen, dass ich nichts weiß!
Ich finde die Idee hinter der Story diesmal wirklich gut gewählt. Saskia beschäftigt sich in diesem Buch mit dem organsisierten Verbrechen, sprich dem Auftragsmord und seinen Konsequenzen, bzw Schwierigkeiten.
Die Ermittler scheinen wie ich auf der Stelle zu treten und ständig die falschen Fährten zu verfolgen nur um am Ende wieder einmal selbst ins Visier des Mörders zu geraten. Jennifer und Oliver schrecken aber auch vor nichts zurück, nicht einmal vor einem skrupellosen Killer!
Die beiden verlieren sich immer weiter in dem Fall, vergessen völlig die Welt um sich herum und das tut man als Leser auch. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, weil ich einfach nicht mehr aufhören konnte. Ich musste wissen was hinter der Sache steckt, wer genau Schuld daran ist, dass die Frau und ihr Enkel so brutal gefoltert wurden. Ja wer eigentlich so krank im Hirn sein kann, dass es ihn völlig kalt lässt die Schreie und das Blut zu ertragen.

Ich kann die Bücher von Saskia nur empfehlen, jedes einzelne ist super und mit Wundmal hat sie sich wieder einmal selber übertroffen! Ich war völlig baff und habe während des Lesens mehr als einen Angstschauer erlebt!
Ihr toller Stil und die Gabe einen immer wieder zu überraschen fesseln mich immer wieder aus Neue!
Greift zu, es lohnt sich!

Danke Saskia, dass du mir auch dieses Buch wieder zur Verfügugn gestellt hast und mir dein Vertrauen entgegen bringst!



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