18. Februar 2014



Lilja und Tom sind zurück!
Und nicht nur zurück in einem wundervollen neuen Tagebuch, sondern auch zurück von ihrem Projekt, zurück von der Insel, und zurück zu ihrer Liebe!
Tom hat eingesehen, dass Lilja ihn wirklich liebt und Lilja hat eingesehen, dass es keinen anderen Menschen um sie herum bedarf um glücklich zu sein.
Mit Tom ist sie wirklich glücklich. Doch was ist mit all dem anderen um sie herum? Ist sie glücklich, ohne ihre Mutter? Ist sie glücklich, dass ihre beste Freundin die Partnerin ihres Bruders ist? Macht es sie wirklich UNglücklich, dass auch andere Mädels ihren Tom anhimmeln?
Wieviel Selbstbehauptung ist gut, und wann sollte man kompromissbereit sein? Viele Fragen, die Lilja sich plötzlich stellen muss. Und auf (fast) alle bekommen wir eine perfekte Antwort in Liljas drittem und letztem Tagebuch!


"Wann ist man erwachsen? Mit 18, wie hier bei uns? Mit 21, wie in Monaco? oder mit 16, so wie bei den Schotten? Rosalie sagt: du bist erwachsen, wenn du nicht mehr wächst. Paps meint: wenn du Dinge tust, obwohl dir deine Eltern dazu geraten haben. Florian behauptet: endgültig erwachsen bist du erst, wenn alle Pflanzen auf deinem Fensterbrett leben und du keine davon rauchen kannst. " ( S. 73)


Mit diesem und anderen Zitaten trumpft Lilja in diesem Buch wieder wundervoll auf. Seien es die "Säggs-Geschichten", über die ihr Vater ihr referieren will, "yes, we ken" als Spiel mit Rosie's neuer Ken-Puppe oder auch Sätze wie "Mein Leben kommt mir vor wie ein großes verfilztes Wollknäuel aus Problemfäden" - Mara Andek lässt mit ihren Tagebüchern über Lilja kein Auge trocken und beweist nun schon zum dritten mal, dass sie mit Sprache perfekt umgehen kann und damit nicht nur 16-jährige beeindrucken kann. Ich liebe die Art, wie sie mich zum Lachen bringt, und wie perfekt locker sie auch schwierige Angelegenheiten beschreibt. Für jede Situation die richtigen Worte - das schafft wirklich nicht jeder!

Lilja und Tom haben sich nicht viel weiterentwickelt, allerdings liegt zwischen den 3 Handlungszeitpunkten ja auch nicht allzu viel Zeit, weshalb ein großer Wandel auch unrealistisch wäre. Doch die beiden haben zueinander gefunden und erleben das, was man mit 16 wohl so erlebt - beschildert auf eine sehr tolle realistische Art und Weise, ohne zu viele rosa Wolken und Herzchen, aber mit der  nötigen Portion Kitsch im Hirn eines Teenagers.
Liljas Familie ist herrlich verrückt - man muss sie einfach mögen.

Die Thematik dieses Bandes hat mich nicht so sehr angesprochen wie die beiden davor. Liljas wissenschaftlicher Durst war scheinbar mittlerweile gestillt, denn leider erfahren wir hier keine wahnwitzigen Theorien mehr, die man vielleicht nicht unbedingt gebraucht hat, die einem aber durchaus bisher Spaß gemacht haben.

Die ersten zwei Bände habe ich hintereinander weg gelesen. Den dritten daraufhin vorbestellt.
Als dieser nun bei mir ankam, hatte ich richtig Angst ihn zu lesen, weil ich wusste, dass es der letzte sein wird.
Also habe ich das Buch überall mit hin geschleppt, dran gerochen, es angefasst, den tollen Druck auf dem Einband immer wieder nachgefühlt, es an mich gedrückt und einfach die Zweisamkeit mit MEINEM Buch genossen :) Bis ich irgendwann nicht mehr abwarten konnte und es einfach lesen musste.
Wie zu erwarten war, war es in einem Tag ausgelesen.
Aber es hat keine Traurigkeit hinterlassen. ich bin froh, dass Lilja ihren Weg geht, für mich ist alles abgeschlossen, und ein vierter Teil würde mich vermutlich langweilen. Es ist alles gesagt, die Witze sind ausgeschöpft, das Leben für den Moment vollkommen aufgebraucht. Die Autorin hat einen wundervollen Abschluss hinbekommen und ich bin froh, dass sie es dabei belässt, und dieses Meisterwerk nicht mit in die Länge gezogene Folgeromane kaputt macht.

Danke Mara Andek, für dieses wundervolle Werk! Ich hoffe, wir dürfen noch mehr von Ihnen lesen :)

5/5 Schmetterlingen



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