11. Februar 2014

*Rezension* Gebannt von Veronica Rossi



Nachdem Ätherstürme die Welt verwüstet haben, hat sich die Menschheit Biosphären zum Schutz gebaut, in denen sie fortan leben. Das Leben in den Biosphären wurde optimiert. Babys entstehen im Reagenzglas, die Eigenschaften kann man sich wünschen wie Weihnachtsgeschenke. Die Menschen tragen graue Anzüge, bekommen rationierte Nahrung und arbeiten in den Bereichen, die ihnen vorgegeben werden.
Zur Kommunikation tragen sie Smarteyes, die ebenfalls dazu dienen, in die "Welten" zu entschwinden, in denen ihnen das reale Leben vorgetäuscht wird. Es gibt Welten zum jagen, Welten zum Sport, Welten für Hobbys oder Partys. Hologramme, die sich echt anfühlen, da sie perfekt imiterit und inszeniert wurden.

Doch es gibt auch Außenseiter. Mutationen auf den ersten Blick. Menschen, die gegen die Biosphären sind, die das "echte" Leben kennen. Sie leben im Wald und tragen spezielle Fähigkeiten in sich. Es gibt Witterer, die Stimmungen riechen können, es gibt Seher und es gibt Horcher. Sie leben in Stämmen und kämpfen zwischen den Ätherstürmen durch Handel und Rivalitäten ums nackte Überleben.

Aria ist eine Siedlerin. Perry ein Außenseiter. Bis sich ihre Wege auf interessante Weise kreuzen und sich heruasstellt, dass sowohl die Siedler als auch die Außenseiter letztlich nach den selben Dingen streben: Überleben.

"Aria schaute auf ihre miteinander verschränkten Finger und spürte seine Berührung. Die Wärme und die Schwielen. Weich und hart zugleich. Sie nahm seinen Schrecken, seine Schönheit, seine Welt in sich auf, saugte jeden Moment der vergangenen Tage auf. Dies alles erfüllte sie wie der erste Atemzug, den sie je getan hatte." (ebook S. 207)


Für mich, als absoluten Fan von Dystopien und dem Leben in vorgegebenen Bahnen, war dieses Buch ein absolutes Muss. Leider wurde meine Vorfreude erstmal gedämpft.
Das Buch wird abwechselnd aus den Sichtweisen von Perry und Aria erwähnt. Da die beiden nicht von vorne herein den gleichen Weg gehen und auch absolut unterschiedliche Leben führen, kam für mich Aria etwas zu kurz und von Perrys langweiligem Leben wollte ich eigentlich gar nichts lesen.
Auch nachdem die Beiden dann Verbündete waren, war ich etwas enttäuscht, weil ich gerne mehr von dem Leben in der Biosphäre erfahren hätte. Es hat meine Erwartungen einfach nicht getroffen.

Dennoch muss ich sagen, dass ich mich nachdem die beiden vereint waren, sehr schnell mit der unerwarteten Wandlung anfreunden konnte. Jeder der beiden Protagonisten hat eine Seite an sich, die man irgendwo einfach nur mögen kann. Zudem kommt hinzu, dass beide eine sehr große Wandlung in diesem Buch durchmachen, welcher meiner Meinung nach großer Respekt gebührt.

Probleme hatte ich mit der Vorstellung mancher Dinge. Allein das Wort "Äther" fand ich immer ziemlich eklig und vorstellen konnte ich mir das auch nicht. Ich habe mehrfach Freund google befragt, dennoch habe ich kein so richtiges Bild vor Augen.
Auch bei Perry und Aria haben mir die äußerlichen Details ein wenig gefehlt. Ich hatte anfangs ein klares Bild von Perry vor Augen, was dann aber durch eine Aussage zunichte gemacht wurde. Leider folgte darauf aber nichts mehr, was mein Bild wieder hätte aufbauen können.

Das Cover ist wundervoll aufwendig gestaltet. Auch wenn man den Schutzumschlag abnimmt, erscheint darunter fast das gleiche Bild nochmal wie auf dem Umschlag, was richtig was hermacht.
Die einzelnen Kapitelüberschriften sind in einer speziellen Kombination zweier Schriftarten gerabeitet, was sehr filigran und edel wirkt.

Und erwartet in diesem Buch nichts, was wir nicht schon kennen, und daher auch nichts, was man nicht schon relativ früh erahnen kann. Am Ende kommt zwar eine Wandlung, bzw. eine Wahrheit ans Licht, die ich so nicht erwartet hätte - aber es änderte am Lauf der Geschichte nichts. Wäre dies nicht geschehen, wüsste man nicht mehr oder weniger über den Lauf der Dinge.
Trotzdem ist dieses altbekannte schön und gut umgesetzt, ohne dass Langeweile aufkommt oder es unnötige Längen gibt.

Stilistisch ist dieses Buch im typischen Stil eines Jugendbuches geschrieben. Die Sprache ist weder besonders hervorstechend, noch besonders schwierig, aber genau das macht es so angenehm und flüssig zu lesen.

Ich bin gespannt wie die Geschichte der beiden weitergeht und freue mich auf den zweiten und dritten Band.

Ich ziehe für die fehlenden neuen Ideen 1 Schmetterling ab und vergebe somit 4 von 5 Schmetterlingen


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