24. Februar 2014

*Rezension* Not am Mann von Claudius Pläging




Sebastian ist ein Weichei. Seine Freundin wünscht sich aber einen Helden. Als es dann plötzlich auch noch in der Wohnung brennt, die beiden alles verlieren, und Sebastian im wahrsten Sinne des Wortes seinen eigenen Arsch rettet, fällt ihm auch selbst auf, wie wenig er seinen Mann steht. Das muss sich ab sofort ändern beschließt er, und macht sich auf zum großen "Mann sein". Dass da die ein oder andere Katastrophe nicht ausbleibt, ist selbsterklärend.


Claudius Pläging hat auf einer knappen Seitenanzahl eine witzige Geschichte auf dem Weg zu einem männlicheren Wesen geschaffen.

Sebastian ist ein Tollpatsch wie er im Buche steht, mit seiner Freundin bildet er das klassische Un-Paar. Die beiden scheinen überhaupt nicht zusammenzupassen.
Auch seine Freunde sind ein wenig chaotisch und auf dem Stand der Clique von damals hängen geblieben, was sie aber irgendwie total sympathisch macht.
Bei einem kurzen Abstecher in den Knast lernt Sebastian Kiki kennen, einen Rocker mit weichem Herz, der irgendwie auch ein gewisses Film-Klischee bedient.
Alles in allem sind die Personen wenig aussagekräftig, aber dennoch auf ihre Art und Weise sehr liebenswert. Sie passen in diese Geschichte und sind aus ihr auch nicht wegzudenken oder zu ersetzen.

Die Story an sich ist wie seine Protagonisten an manchen Stellen arg überspitzt, geziert von einem gewissen Sarkasmus, den ich mir lieber als witzigen Humor gewünscht hätte. Manche Witze sind etwas fehl am Platz, an anderen Stellen hätte es dafür etwas mehr Charme und Witz vertragen können. Aber auch hier gilt: Alles in allem ist es eine gesunde unterhaltsame Mischung.

Der Autor hat in diesem Buch stilistisch bewiesen, dass er es drauf hat, dass er gut mit Worten umgehen kann und einen tollen Stil erschaffen kann, der die Leser weder langweilt noch überfordert. Es ist von allem eine gute Portion vorhanden, die das Buch zu einem Buch macht, dass man am besten im Sommer im Freibad nebenbei liest, während man mit einem Ohr und einem Auge bei den Kindern ist.

Das Buch hat es leider nicht geschafft, lange in meinem Kopf präsent zu bleiben und glänzt auch nicht mit neuen Ideen. Dennoch mochte ich es für den Moment und vergebe dafür 4 Schmetterlinge!


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