23. Juni 2014

*Rezension* Phantasmen - von Kai Meyer



Rain und Emma sind in tiefer Trauer. Ihre Eltern sind vor 3 Jahren bei einem Flugzeugabsturz in Spanien ums Leben gekommen. Besonders Emma fällt der Abschied sehr schwer, sie kann sich nicht mit dem Tod ihrer Eltern arrangieren.
Dann tauchen plötzlich überall dort, wo Menschen starben, ihre Geister auf und starren ausdruckslos zur Sonne.
Rain beschließt mit Emma nach Spanien an die Absturzstelle zu reisen, in der Hoffnung dort auf die Geister ihrer Eltern zu treffen, um endlich Abschied nehmen zu können.
Und dann tauchen sie auf. Die Geister. Doch nichts ist so, wie erwartet. Denn plötzlich beginnen die Geister ein boshaftes Lächeln zu lachen und nicht nur Rain und Emma ist schnell klar, dass dies nichts gutes zu heißen hat. Es beginnt eine Flucht um Leben und Tod und ein Wettlauf mit der Zeit.



Ich bin etliche Male an diesem Buch vorbeigegangen - sei es reell oder virtuell. Doch so richtig sicher war ich mir nie, denn Kai Meyer gehörte eigentlich nicht so zu meinen Lieblingsautoren.
Als ich das Buch dann aber von der lieben SaFi von bookwives ganz nahgelegt bekam (um genau zu sein konnte ich mich eigentlich schon gar nicht mehr dagegen wehren ;) ), und die liebe Frau Gruyters von Carlsen es mir auch noch als persönliche Empfehlung mit auf den Weg gab, gab es natürlich kein Halten mehr - und ich MUSSTE es einfach lesen.
Im Nachhinein sage ich: DANKE! Denn das war wirklich ein Feuerwerk an Spannung, was ich mir nicht hätte entgehen lassen wollen.

Schon die ersten Seiten fesseln einen einfach unglaublich. Man liegt abends auf dem Sofa und denkt sich "ach, liest du mal schnell noch rein, bevor du ins Bett gehst" - und ich schwöre euch- NEIN, man kann nicht "mal schnell reinlesen".
Schon ab der ersten Szene ist dieses Buch in ein großes Mysterium gehüllt, was den Leser sofort ins Buch zieht und ihn verschluckt. Man möchte nicht mehr ins Bett gehen, mal ganz davon abgesehen, dass es einen sofort so gruselt, dass man ohnehin nicht mehr durch dunkle Flure gehen möchte. Ich bin allerdings ein ziemlicher Schisser und schon der Gedanke an Geister lässt es mich frösteln.

Ihr merkt schon, mir fällt es unheimlich schwer, zu diesem Buch eine klassische Rezension zu schreiben. Es war einfach so anders. Es war nichts, was ich bisher schonmal gelesen habe. Die Idee war neu, der Aufbau umwerfend, die Abhandlung der einzelnen Szenen ein wahrer Fluss an Worten.

Die Protagonisten waren sehr glaubwürdig und realistisch dargestellt und ich habe mit ihnen gefiebert und ihnen in meiner eigenen kleinen Welt schonmal Platz in meinem Bett gemacht, so dass sie sich verkriechen könnten, wenn es nötig geworden wäre :) Die starke große Schwester Rain, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, und die kleine verletzliche Emma, die einfach eine wundervoll trockene Art an sich hat, mit der sie manchmal auch unbewusst für Lacher oder Nachdenker sorgt. Ihre Sprüche regen den Leser wirklich an darüber nachzudenken und nicht trocken runterzulesen.

Kai Meyer tendiert dazu eine wahnsinnige Spannung - mit Vorliebe am Ende des Kapitels - aufzubauen, und den Leser dann erstmal stehen zu lassen. So fügen sich Bruchstücke erst im Laufe des Buches wie ein Puzzle zusammen. Es gibt Szenen, in denen man fast vor Spannung platzt - und dann gibt es andere, bei denen man denkt "Toll, aber kannst du nicht bitte lieber das von eben weiter erzählen?"

Über allem steht natürlich spätestens nach dem Klappentext beim Leser die Frage: Woher kommen die Geister und warum sind sie da?
Und diese Frage zieht sich auch durch das ganze Buch.
Am Ende hat man etliche Puzzleteile zusammengefügt, die einem auch die Antwort auf diese Frage bieten.

Ich fand die Art und Weise wie Kai Meyer das Buch aufgebaut hat, wahnsinnig spannungsbringend und wirklich gut auf die Geschichte abgestimmt.
Mir haben Schreibstil, Personen und Handlungsorte sehr gut gefallen.
Das Buch war spannend und nachvollziehbar von Anfang bis Ende.

Von mir gibt es für dieses super Erlebnis 5 von 5 Schmetterlingen und eine klare Leseempfehlung!




1 Kommentar:

  1. Klasse als Beginn für weitere Geschichten, finde ich auch.

    LG..Karin..

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