23. März 2015

*Rezension* Schlusstakt - von Arno Strobel


Für Vicki ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Sie hat die ersten beiden Runden in der neuen Castingshow "Germany's Mega Star" erfolgreich hinter sich gebracht. Als nächstes steht ihr die dritte Runde bevor, die auf einer traumhaften Südseeinsel stattfinden wird. Daraus werden nur 10 Finalisten herausgehen, die dann in den Live-Shows auftreten dürfen. Dem Gewinner der Show winkt ein Plattenvertrag und 2 Millionen "in bar". 
Doch kaum auf der Insel angekommen, wird sehr schnell klar, dass die Bedingungen sehr hart sein werden, dass das Showbiz auch jetzt schon kein Zuckerschlecken mehr ist und dass "um jeden Preis" keine reine Floskel ist. 
Als dann eine Mitstreiterin tot am Strand gefunden wird, stellt Vicki sich die Frage, wem sie überhaupt noch trauen kann. Und ob sie eventuell die nächste sein wird?




Anfangs hatte ich das Gefühl, hier einen "billigen Abklatsch" von dem zu lesen, was ich aktuell samstags abends auf RTL sehen kann. Und da besagte Fernsehshow schon immer schlechter wird, war ich skeptisch, ob ich das nun wirklich noch in Buchform lesen möchte, auch wenn wir hier von einem meiner Lieblings-Autoren sprechen. Doch da das Buch recht schnelllebig war, eine Sache zum nächsten kam, und ich plötzlich schon die Hälfte hinter mir hatte, ohne es bemerkt zu haben, dachte ich: "Jetzt liest du aber auch zu Ende!"

Arno Strobel kommt in diesem Buch sehr schnell zur Schlüsselszene, dem Tod des Mädchens. Danach beginnt ein Katz- und Mausspiel der Extraklasse. Chefs, Juroren und Teilnehmer versuchen sich an zweitklassiger Detektivarbeit und jeder versucht der Beste in allem zu sein.

Dabei überzeugt der Autor mit genial gezeichneten Handlungsorten, die einen als Leser wirklich an den Ort versetzen. Man kann sich nicht nur mit den Protagonisten identifizieren, spürt ihre Angst und ihr Unwohlsein, sondern auch an den Orten fühlt man sich gerade gegenwärtig. Es gab keinen Moment, in dem ich nicht klar vor meinem geistigen Auge sehen konnte, wo die Darsteller sich aktuell befinden und wie es dort aussieht.

Die Bedingungen der Show waren wirklich hammerhart. Da hat Herr Strobel sich ein paar Klöpper ausgedacht, bei denen man einerseits nur mit dem Kopf schütteln konnte, weil es schon doch sehr überspitzt war, aber gleichzeitig auch so realistisch war, dass man es einfach als gegeben hingenommen hat.

Leider kam im gesamten dann aber doch nicht so richtig die Spannung auf. Es ließ sich zwar super schnell und locker lesen, und man war auch gefesselt und ist nur so durch die Seiten geflogen, allerdings ist das eher dem tollen Schreibstil zuzuordnen, als der Spannung.

Es war eine nette Geschichte, deren Ende dann aber doch zu einfach und zu plump war. Im gesamten hatte ich den Eindruck, dass die Geschichte noch gute 100 Seiten mehr vertragen hätte, denn auch wenn es ein Jugendthriller war, hätte ich etwas mehr Spannung und eine falsche Fährte doch erstmal erwartet.

Von mir gibt es knappe 4 von 5 Schmetterlingen für dieses Buch :)



1 Kommentar:

  1. Danke für die Rezi.
    Das Buch liegt seit der Leipziger Buchmesse auf meinem SuB.
    Ich hab jetzt aber schon mehrfach gelesen, dass es nicht das hält was es verspricht.

    Nun bin ich gespannt was ich selbst davon halten werde.

    Liebe Grüße
    Babsi

    AntwortenLöschen