27. November 2015

*Rezension* Für alle Tage die noch kommen von Teresa Driscoll


Wie sage ich meinem Kind, dass ich sterben muss? Gar nicht, beschließt Eleanor, als sie von ihrer Brustkrebserkrankung erfährt. Ihre achtjährige Tochter Melissa soll so lange wie möglich eine unbeschwerte Kindheit haben. Stattdessen sammelt Eleanor Gedanken, Erinnerungen und gemeinsame Erlebnisse in einem Buch, das sie bei ihrem Anwalt hinterlegt. Wie fühlt es sich an, wenn die Mutter ohne Abschied geht? Auch siebzehn Jahre danach fühlt Melissa sich unvollständig. Gerade hat sie den Heiratsantrag ihres Freundes Sam abgelehnt, den sie doch innig liebt. Da bekommt sie ein kleines Buch zugestellt – ein Buch, aus dem noch einmal ihre Mutter zu ihr spricht. Es ist voller Rezepte, für die Küche und fürs Leben. Und voller Liebe. Melissa beginnt zu verstehen, was Eleanor für sie getan hat. Sie erkennt, wie sehr sie geliebt wurde. Und sie weiß jetzt, dass sie es auch kann: der Liebe vertrauen.


Ich habe mich für dieses Buch entschieden, weil ich gerne mal wieder was emotionales lesen wollte. Und meine Erwartungen und Wünsche wurden hier erfüllt. Es vergingen nicht mal die ersten 50 Seiten, als mein erster Tränenschwall schon floss. 

"Für alle Tage die noch kommen" Ist eine Liebeserklärungen an eine ganz besondere Beziehung, nämlich an die Beziehung zwischen Müttern und Töchtern. Aber auch eine Vater-Tochter-Beziehung hat hier einen großen Platz in diesem Buch bekommen.
Dieses Buch ist sehr vielschichtig, auch andere ernste Themen innerhalb und außerhalb einer Familie kommen hier auf den Tisch. Gesellschaftskritisch und emotional schreibt die Autorin über den scheinbar ganz normalen Alltag einer innerlich zerrissenen. 

Sprachlich war dies hier endlich mal kein Jugendbuch, sondern ich habe mich hier als Erwachsene angesprochen gefühlt - der Zielgruppe dieses Buches also absolut angemessen. Natürlich ist es immernoch ein Roman und kein literarisch sprachliches Meisterwerk, aber das hätte ich hier auch gar nicht erwartet, im Gegenteil, das hätte meinen Lesefluss nur gehindert. Dieses Buch ist nämlich ratz fatz ausgelesen. Einmal drin versunken, zieht einen die Geschichte und die tolle sprachlich lockere Gestaltung den Leser sofort in seinen Bann und lässt ihn nicht mehr los. 

Im Laufe der Geschichte wechselt die Story öfter mal den Handlungsort, was ihr ausgesprochen gut tut. Es kommt keine Langeweile auf, man verliebt sich in super gezeichnete Orte und in tolle Protagonisten, die mit ihren eigenen Macken alle liebenswert und charakteristisch besonders sind. 

Das Tagebuch in Form einer Rezeptsammlung von einer verstorbenen Mutter an ihre Tochter ist eine wahnsinnig tolle Idee gewesen. Sie verarbeitet hiermit nicht nur ihre Erkrankung, sondern schenkt ihrer Tochter all das, was sie ihr jahre zuvor genommen hat. Ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen, aber ich habe beim Lesen sehr oft Tränen in den Augen gehabt und gedacht dass genau SO eine Mutter-Tochter-Beziehung sein sollte, würde diese Frau doch nur leibhaftig dort sitzen und all die tollen Erlebnisse selbst weitergeben können. 

Jede Mutter sollte sich eine Scheibe von dieser Mutter hier abschneiden, und ihren Kindern all das mitgeben, was nur irgend möglich ist. 
Eine wahre Ode an die Liebe zu seiner Tochter. 

Dieses Buch erhält von mir 5 von 5 möglichen Schmetterlingen. Einfach perfekt für die sowieso etwas emotionalere Vorweihnachtszeit 

Ich bedanke mich herzlich bei Droemer Knaur für dieses Rezensionsexemplar


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