26. Januar 2014

*Rezension* Speechless von Hannah Harrington









Chelsea ist ein ganz normales Mädchen. So eins, was man in Highschoolfilmen immer unter den beliebtesten findet, eins was man wenn man diese Filme sieht, vielleicht gerne selbst mal sein möchte. Aber Chelsea's Geschichte erzählt, dass man das eigentlich nicht möchte... Ihre beste Freundin ist das beliebteste Mädchen der Schule. Als Chelsea auf einer Party eine intime brenzlig-peinliche Situation aufdeckt, erzählt sie es natürlich erstmal rum. Als Noah, der Junge um den es geht, dann aber plötzlich zusammengeschlagen wird und im Koma liegt, und alle Welt sie hasst weil sie die Übeltäter verraten hat, weiß sie sich nicht mehr anders zu helfen, als ein Schweigegelübde abzulegen. 
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll... Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt und sprachlos zurückgelassen. Nein, ich lege nun kein Schweigegelübde ab - aber genau das ist der springende Punkt. Ich könnte es auch gar nicht. Ich kann mich super mit der Protagonistin identifizieren, aber ich traue mir nicht zu, so etwas geregelt zu bekommen. Umso mehr bewundere ich sie für ihre Stärke und ihren Willen in dieser Sache. Aber nicht nur das, sondern auch die Wandlung die das ganze mit sich brachte, ist einfach unglaublich. Ich gebe ja zu, dass der Leser natürlich genau damit gerechnet hat. Aber nur weil man etwas besonderes schon vorher weiß, macht es das in meinen Augen nicht weniger besonders. 

"Ich hatte vergessen, dass man sich so fühlen kann - so glücklich, strahlend, leichter als Luft. Vielleicht ist dies die große Kehrtwende? Vielleicht wird von jetzt an alles besser. Ich meine, jetzt habe ich Menschen um mich - Sam und Asha und Lou und Dex, eventuell auch Andy. Ich habe das Diner. Ich habe ein Leben. Ein anderes Leben als vorher, aber möglicherweise sogar ein besseres, weil es voll und ganz mir gehört." ( S. 205 )


Chelsea erzählt ihre Geschichte als Ich-Erzähler mit Witz und Charme, ohne den nötigen Ernst ausser Acht zu lassen. Die Sprache ist ansprechend, einfach - ohne zu jugendlich zu wirken. 
Auch die Themenwahl finde ich gut. 
Selbstverständlich beschäftigt sich Chelsea als Teenager mit Liebe, mit Promi-Klatsch oder mit Klamotten, aber ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl dass diese Themen überhand nehmen oder dass sie das Hauptthema vom Thron schubsen. 
Eher dienten sie der Verdeutlichung des Alters der Protagonistin im Bezug auf das Wunderwerk was sie mit ihrem Schweigen vollbringt. 

"Vorher war ich nie glücklich, und ich habe es nicht einmal gemerkt. Jetzt weiß ich es. Man kann von Menschen umgeben sein und sich trotzdem einsam fühlen. Man kann die beliebteste Person der ganzen Schule sein, von allen Mädchen beneidet, von allen Jungen begehrt, und sich trotzdem komplett wertlos fühlen." ( S. 222 )


Die Idee des Schweigens basiert laut Angaben des Buches auf einem Schweigegelübde eines buddhistischen Mönschs. 
Ich interesiere mich schon länger für solche Themen, was mir nochmal einen besonderen Anreiz gegeben hatte, das Buch zu lesen. 
Ich finde die Menschen sollten wirklich wieder viel öfter auf sich selbst und ihr innerstes hören, zu sich selbst finden und sich selbst vorallem treu bleiben. 

Besonders erwähnenswert finde ich noch, dass das Buch eine Arzt Fazit gezogen hat. Diese Geschichte ist nicht einfach langsam ausgeklungen und war dann zu Ende, sondern ich hatte wirklich das Gefühl dass die letzten zwei Seiten eine Art Fazit darstellten, was dazu führte dass ich mich nicht verloren und stehengelassen gefühlt habe als ich die letzte Seite zuklappte. Ich bin mit einem guten Gefühl aus dem Buch gegangen.

Ich vergebe 5/5 Schmetterlingen!


Kommentare:

  1. Das Buch intressiert mich auch und deine Rezi hat mich auch super Neugierig gemacht. Möchte ich mir unbedingt bald kaufen.

    Liebe Grüße

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    1. Freut mich, dass meine Rezi dir gefallen hat. Ich freue mich immer über Feedback!

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