2. Januar 2014

*Rezension* Wen küss ich und wenn ja, wie viele? von Mara Andeck

Lilia ist gerade 16 geworden und hat von Liebe eigentlich überhaupt keine Ahnung. Das muss sich ändern. Da kommt ihr das Biorefarat was sie zum Thema "Balzverhalten" halten muss, genau richtig. Damit kann sie sich nicht nur ihre gute Note aufrecht erhalten und den Patzer den sie sich im letzten Test geleistet hat ausbügeln, sonder auch direkt lernen, wie sie sich an ihren großen Schwarm Jakob heranpirschen kann. Auf ihrem Weg dahin begleiten sie viele Freunde, ihr großer Bruder und ihre kleine Schwester, ihr bester Freund Tom und ihr heißgeliebtes Tagebuch. 

Der Inhalt ist geprägt von Liebe, dem Balzverhalten von Menschen und Tieren und es geht um das große Thema Küssen. Alles dreht sich in ihrem Leben um den einen großen ersten Kuss. 
Und dann erfährt Lilia nicht nur einen Kuss, sondern direkt viele weitere - schöne, lustige, angenehme und merkwürdige. Geplante und ungeplante. Und auch den einen großen auf den sie sehnsüchtig gewartet hat. Doch hat sie wirklich auf genau den gewartet? Im Laufe der Geschichte muss sie sich fragen, ob das, was sie denkt zu wollen, wirklich das ist, was sie eigentlich will. Denn plötzlich öffnen sich ungeahnte Türen. 



"Wenn du willst, was du noch nie gehabt hast, musst du tun, was du noch nie getan hast!" (S. 29)

Dieses Buch ist aufgemacht wie ein richtiges Tagebuch. Jeder Eintrag ist mit Uhrzeit versehen, jede Seite mit zu den Einträgen passenden Zeichnungen. Es ist sehr sehr liebevoll gestaltet, wirkt daher absolut authentisch und man hat das Gefühl ein richtiges Tagebuch vor sich zu haben. Manchmal hat man sogar das peinliche Gefühl wirklich in jemandes Privatsphäre herumzuschleichen.

Die Sprache ist entsprechend einfach gestaltet, eben ein Tagebuch einer 16-jährigen. 
Die Themen des Unterrichts sind ebenso real gestaltet und jeder 16-jährige, oder der der schonmal 16 war, wird sich darin wiederfinden.

"Biene und Blume? Wenn man das mal biologisch betrachtet, hinkt der Vergleich. Ich meine, die Biene will ja gar nichts von der Blume, die will nur Nahrung für ihre Kinder. Und diese miese Blume nutzt die Not der Biene aus, lockt sie mit Düften an und instrumentalisiert das arme Tier für Fortpflanzungszwecke. Das ist sexueller Missbrauch, wenn man es mal genau betrachtet." (S. 40)

Ich habe mehr als einmal herzlichst über dieses Buch gelacht, über die unschuldigen Ansichten der Protagonisten, über die zarten Pflanzen der ersten Verliebtheit. 
Aber auch über dieses wundervolle Verhalten der Geschwister, wie sie sich rivalisieren und dennoch bedingungslos zusammenhalten - jeder auf seine eigene Art und Weise. 

Manchmal hat ein Buch gar keinen tieferen Hintergrund und gibt einem nicht wirklich was, und bringt einem dann aber trotzdem Freude und ein gutes Gefühl beim Lesen. 

Ich freue mich schon auf die beiden Nachfolger. 

5/5 Schmetterlingen

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich wünsche dir ein gutes und gesundes neues Jahr. Das Buch hört sich sehr interessant an. Das wandert doch glatt auf meine WuLi.
    Ich habe dich getaggt, da mir dein Blog so gut gefällt.

    LG Binchen84
    http://binchensbuecher.blogspot.de/2014/01/tag-time-unter-200-follower.html

    AntwortenLöschen
  2. Hallo!
    Wirklich tolle Rezension, die du da geschrieben hast! Leider hat mir das Buch nicht so gut gefallen, wie dir, weil ich Lilia einfach ein wenig übertrieben für ihr Alter fand :)
    Trotzdem tolle Rezi!

    Alles Liebe, Jule

    Würde mich freuen, wenn du mal bei mir vorbeischaust :)
    http://good-books-never-end.blogspot.de/

    AntwortenLöschen