12. April 2014

*Rezension* Roter Mond von Benjamin Percy



Sie leben unter uns. Sie verwandeln sich. Sie kämpfen gegen ihre Unterdrücker – uns!
Als Regierungsagenten Claire Forresters Haustür eintreten und ihre Eltern ermorden, muss sie erkennen, dass sie und ihre Familie schon immer Ausgestoßene waren.
Chase Williams hat seinen Wählern versprochen, die USA vor Terror zu beschützen. Doch nun wird er selbst zu dem, was er zu vernichten geschworen hat.
Bis heute wird die Bedrohung durch Gesetze, Gewalt und Drogen in Schach gehalten. Doch die Nacht des Roten Mondes rückt näher, wenn die Welt für immer ihr Antlitz verändern wird – und die Schlacht um die Menschlichkeit beginnt …
Eine überzeugende Parabel auf die Welt, in der wir leben.

(Quelle: Amazon.de) 

 
Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar vom Penhaligon Verlag erhalten und möchte mich an dieser Stelle noch einmal herzlich dafür bedanken!
Aufmerksam geworden auf das Buch bin ich durch den Newsletter des Verlages und der Klappentext hat mich sofort angesprochen! Ich war gespannt auf eine Dystopie rund um Lykaner.
Auf den ersten 200 Seiten wurde meine Vorfreude auch nicht enttäuscht. Ich wurde als Leser in eine spannende Erzählung unserer Welt geschmissen. Unsere Welt so wie wir sie nicht kennen, Seite an Seite mit Lykanern. Diese sind gelistet und bekommen Medikamente um das Tier in ihnen zu unterdrücken und werden auch ständigen Kontrollen unterzogen, doch trotzdem gibt es eine Gruppe Aufständiger, die sich behandelt fühlen wie Tier und dies so nicht mehr hin nehmen wollen. Klang total vielversprechend und hat mich auch wirklich in seinen Bann gezogen. Ich war völlig eins mit der Geschichte und konnte mir gar nicht mehr vorstellen das die Lykaner reine Fantasie sind. Der Autor versteht sein Handwerk und nimmt den Leser durch seine abgestumpfte, wenig emotionale Sprache mit in eine grausame Welt, wie wir sie sicher alle nicht erleben möchten!
Jedes Kapitel handelt von einem anderen Bewohner eben dieser Welt, teilweise Lykaner und teilweise ganz normale Menschen. Das hat mir sehr gut gefallen, denn so bekam ich als Leser einen wunderbaren rundum Einblick in die Geschichte. Ich konnte jede Seite, ob nun gut oder böse, verstehen und nachvollziehen wie sie denken und warum sie so handeln, wie sie eben handeln. Ebenso gefallen hat mir, dass man immer Bröckchenweise Informationen zugespielt bekam und nie zu viel offenbart wurde, um den Leser bei Laune zu halten. Teilweise gab es auch Rückblicke, die Ereignisse, die im Buch schon vorkamen noch einmal genau erklärt haben, damit man als Leser genau über sämtliche Hintergründe Bescheid weiß.
Eigentlich fand ich den Stil super, doch je weiter ich im Buch fortgeschritten bin, desto mehr habe ich mir Emotionen gewünscht. Alles ist irgendwie abgestumpft und selbst die grausamsten Szenen wirken auf den Leser nicht mehr wirklich grausam, weil irgendwie dem Stil und auch den Charakteren die Emotionen fehlen. Ebenso die Liebesgeschichte, wenn man sie denn so nennen kann, die am Rande in dem Buch vorkam war mehr oder weniger emotionslos. Es gab keine Hoffnung... es herrschte einfach eine drückende Stimmung. Diese Stimmung passt zwar unheimlich gut zu den Geschehnissen im Buch, aber mich hat sie leider immer weiter runter gezogen, bis ich die Lust am Lesen verloren habe. Es gab keinen wirklichen Lichtblick, im Gegenteil alles wurde irgendwie immer nur noch schlimmer.
So ab Seite 200 begann dann Langeweile einzukehren. Mir wurde zu viel Drumherum erzählt, die Story plätscherte nur so vor sich hin und man kam als Leser nicht mehr so richtig weiter. Teilweise war ich auch durch die unterschiedlichen Charaktere in jedem Kapitel verwirrt und wusste nicht mehr genau, wer jetzt wer ist und was dieser Jemand noch mal gemacht hat im vorigen Kapitel über ihn. Also hat auch diese Kapitel Aufteilung für mich seine Schattenseite, so gut sie mir gefallen hat.
Total enttäuscht war ich dann allerdings vom Ende. Ich hatte mit einem riesigen emotionalen Showdown gerechnet, doch der blieb leider aus. Für mich waren auch noch einige Fragen am Ende offen, aber ich will nicht zu viel verraten.
Ich würde generell nicht von dem Buch abraten, aber es ist eben keine dieser typischen Jugendbuch Dystopien und man sollte schon wissen worauf man sich da einlässt um das Buch dann auch wirklich genießen zu können. Mein Fall war es nicht, aber ich denke für Leser die keine großen Emotionen brauchen ist dieses Buch ein wahres Wunderwerk!
Da es irgendwie einfach nur nicht meinem Geschmack entsprach, ich aber weiß das es nicht schlecht ist und der Stil wirklich toll ist, möchte ich mich hier mit mir selbst auf die goldene Mitte einigen und gebe drei Schemtterlinge. Es war nicht alles schlecht und der Autor schafft hier wirklich eine atemberaubende Welt, die ich so noch nicht erlebt habe und schafft es auch das große Thema Dystopie neu aufzurollen! 

 

Kommentare:

  1. Huhu!
    Ich fand das Buch ja genial! Durch seine gesellschaftskritische Thematik würde ich es aber eher unter Social Fantasy einordnen - unter Dystopie stelle ich mir dann doch etwas anderes vor.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass der Schreibstil für viele sehr ungewöhnlich ist und schwer zum reinkommen, aber als ich dann drin war, hat es mich total gefesselt. Haben wirklich Emotionen gefehlt? Das ist mir gar nicht aufgefallen ^^ Gerade diese klare Linie, die der Autor benutzt hat, hat die Grausamkeit der Szenerie im Nachhinein nochmal hervorgehoben.

    Aber jeder liest anders und Geschmäcker sind verschieden ;)
    Ich wünsch dir noch ein schönes Wochenende!
    Aleshanee

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  2. Ja okay, vielleicht ist es nicht ganz eine typische Dystopie, aber das War das erste an was ich gedacht habe.
    Jeder empfindet ein buch ja anders und für mich wurde er am Ende eben einfach emotionslos und das Ende hat mich wirklich enttäuscht. Und im Mittel teil fehlte für mich die Spannung.
    Vielleicht War dieser Roman auch einfach zu sozial kritisch für mich :D
    deswegen sage ich ja das es einfach nicht mein Geschmack War aber für andere sicher ein Wunderwerk sein wird:)

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