11. April 2014

*Rezension* was ich dich träumen lasse - von Franziska Moll




Sie sind 17. Sie sind verliebt. Ihre Herzen schlagen im Einklang füreinander, ihre Vorstellung vom Leben beschränkt sich nur auf ein gemeinsames Leben. 
Elena und Rico haben schon in jungen Jahren das ganz große Glück miteinander gefunden. 
Doch dann passiert ein großes Unglück und Rico fällt ins Koma. Elena findet eine Liste die er geschrieben hat mit 10 Dingen, die er mit Elena tun will, bevor er stirbt. 
Nachdem ihr der Ernst der Sache bewusst wird, beschließt sie - nur für alle Fälle - die Sachen schonmal zu erledigen. 

Ich hatte das Gefühl, dass dieses Buch bei den Lesern eingeschlagen ist wie eine Bombe und musste es daher auch unbedingt lesen. 
Da ich zeitgleich "Morgen kommt ein neuer Himmel" gelesen habe, war das mit der zu erfüllenden Liste vielleicht nicht das beste Thema, was letztlich ja aber mein eigenes Problem war und wofür die Autorin herzlich wenig kann. 

Doch das war nicht das einzige. Die Leser erwähnten in ihren Rezensionen reihenweise die "wundervolle Sprache", die "besondere Art". Ich fand das Buch einfach wahnsinnig vulgär. 
Geschrieben wird in 3 verschiedenen Blickwinkeln. 

- Die aktuelle Gegenwart - in ganz normalem Erzählstil. Kurze Sätze in lockerer Art, gespickt mit viel wörtlicher Rede, wobei in jedem zweiten Satz das Wort "Arschloch" steht und 50% der Sätze auch unter den Liebenden aus Beleidigungen bestehen - egal ob "als Scherz" oder im Ernst. 

- kurze Rückblicke auf Geschehnisse und Gespräche aus der Vergangenheit. Hier sind die Sätze noch kürzer und fast überwiegend wörtliche Rede. Man hat aber nicht das Gefühl als würde ein liebendes Paar bestehend aus zwei 17-jährigen miteinander sprechen, sondern eher als hätte man die unterste Schicht der "Möchtegern-Ghetto-Gangster" vereint und ließe diese sich unterhalten. 

- die Vergangenheit - als Geschichte verpackt. Auch hier haben wir einen mehr oder wenigen flüssigen Text, die Sätze sind im Vergleich zu den anderen Blöcken sehr lang. Aber geschrieben ist das Ganze im Konjunktiv 2 - was absolut unpassend war. Diese hochtrabende Sprache, die kaum genutzt wird, die etwas besonderes und ein literarisches Werk hervorheben soll, wird benutzt um etwas so blödes zu verpacken. Der "beste" Satz dafür ist: "Du rotztest mir die Worte vor die Füße". 

Auch haben wir ein sehr sehr ernstes Thema hier. Einen Komapatienten, der vielleicht nie wieder aufwachen wird. Eltern, die ein Kind verlieren werden. Ein Leben, was auf tragische Weise und viel zu früh beendet werden wird, wenn es schlecht läuft. Aber dieses Thema wurde überhaupt nicht richtig thematisiert. Man hatte keine Zeit als Leser um die Situation zu trauern. 

Ich finde es nicht gänzlicht schlecht. Nur irgendwie ist es sprachlich leider überhaupt nicht gelungen. Ich vergebe 2/5 Schmetterlingen





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